Allgemeines zur Saison 2010/11

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    • Allgemeines zur Saison 2010/11

      Die Sturm Amateure zerrieben zwischen theoretischem Anspruch und erlebter Wirklichkeit oder die langsame Abkehr von der Philosophie eines Ausbildungsvereines inklusive bevorstehender Korrektur?

      Anteilnahme und Respekt können ja durchaus Hand in Hand gehen mit einem klaren Blick für die Schattenseiten – und in diesem Fall – die Saison 2009/2010 der Sturm Amateure – waren es große Schatten.

      Nachdem die Sturm Amateure ihr letztes Saisonspiel gegen den FC Wels mit 0:2 verloren hatten, stand nicht nur der enttäuschende 13.Platz in der Abschlußtabelle der Regionnalliga Mitte Saison 20009/2010 fest, sondern auch einige offene Fragen im Raum, deren Beantwortung wohl ebenso schwierig sein dürfte, wie die Erstellung eines spielstarken und ligatauglichen Mannschaftskaders für die Spielsaison 2010/2011.

      Ein kritischer Blick auf die vergangene Saison der Sturm Amateure zeigt, dass vor allem drei Faktoren für die letztlich doch enttäuschende Saisonblilanz verantwortlich waren. Erstens die seit Jahren erfolgende Ausdünnung des Nachwuchs-Unterbaus durch nicht immer gelungene Zuführung und Anwerbung von steirischen Talenten bei gleichzeitig stattfindender Abwanderungsbewegung zur nahen und fernen Konkurrenz. Wobei hier nicht nur die Finanzkraft mancher Mitbewerber eine große Rolle spielt, sondern auch der von vielen empfundene Paradigmenwechsel im Verein, der an der explizit vermittelten Philosophie vom Ausbildungsverein doch berechtigte Zweifel aufkommen lässt.

      Zweitens die fehlende Transparenz in der Nachwuchsarbeit, die Unzufriedenheit und Perspektivenlosigkeit erzeugt und letztlich der abschließenden Ausbildungsstufe – den Sturm Amateuren – besonders auf den Kopf fällt und so den Betreuern die Arbeit nicht gerade erleichtert. Für junge und talentierte Spieler, die sich bereits auf dem Sprung in Richtung bezahltem Fußball befinden, ist es mitunter kaum nachvollziehbar, wenn ihnen aufgrund eines sehr (zu) großen Kampfmannschaftskaders nicht nur die Chance verbaut zu sein scheint, beim SK Sturm Graz weitere Karriereschritte zu vollziehen, sondern selbst Einsätze in der Mannschaft der Amateure für einige Zeit aufgrund der mit Kaderspielern der Kampfmannschaft aufgefüllten Spielberichte nicht realistisch schien.

      Und drittens die fehlende Konstanz der Mannschaft über die ganze Saison gesehen – mögliche Gründe dafür sind sicher auch in den schon zuvor angeführten Faktoren zu finden – die neben einigen absoluten Höhepunkten (der Cupsieg gegen Kapfenberg und die Spiele gegen den einstigen Stadtrivalen GAK) schließlich sehr viel Platz für nicht erfüllte Hoffnungen bot.

      Kollektiver Stillstand – individuller Fortschritt
      Erwies sich die Saison 2009/2010 alles in allem betrachtet als ein Jahr des kollektiven Stillstands – ob man nun rein die Ergebnisse als Beurteilungskriterium heranzieht oder Faktoren wie Spielkultur, Spielfreude oder auch wechselseitige Begeisterung zwischen Spielern und treuen Begleitern als Referenzgrößen für die Bewertung zu Rate zieht – so fällt das Resümee die einzelnen Spieler betreffend doch wesentlich differenzierter und nicht ganz so ernüchternd aus. Den größten Entwicklungsschritt machte wohl die große, universelle Hoffnung für die linke Sturm-Seite: Christian Klem. Und das trotz oder möglicherweise sogar aufgrund vieler Hürden, die der dynamische Linksfuß zu überwinden hatte.

      Zahlreiche kleinere Verletzungen und Erkrankungen, das bekannt schwierige Maturajahr, der einerseits erfreuliche, andererseits den Vereinsrhythmus brechende Dauereinsatz in diversen österreichischen Auswahlteams, das mühsame und nicht eben für Konstanz und Ausgeglichenheit sorgende “Springer”-Dasein zwischen Sturm Amateuren und Kampfmannschaft und ein, zwei in diesem Alter besonders schwer zu verkraftende Rückschläge – all das ließ den talentierten Klem jedoch eher wachsen als verzweifeln und lässt darauf hoffen, dass er nach dem Abgang von Jakob Jantscher, Ilia Kandelaki und Christian Prawda in der kommenden Saison eine echte Chance in der Kampfmannschaft erhält.

      Florian Kainz, ein weiterer Rohdiamant im Dress des schwarz-weißen Traditionsvereins, ließ vor allem im Herbst 2009 sein großes Potential mehr als ein Mal aufblitzen und bot Anlaß für die schönsten Hoffnungen. Trickreich, technisch versiert, beweglich und torgefährlich begeisterte er Betreuer und Fans und fand sicher auch schon Platz in den Notizblöcken diverser Scouts. Im Frühjahr tat sich Kainz - nach einer sehr guten Vorbereitung im Kader der Kampfmannschaft in Belek – etwas schwerer seine vorhandenen Qualitäten in den Spielen der Sturm Amateure entsprechend auf dem grünen Rasen zu zeigen. In diesem Alter übliche Formschwankungen und jugendliche Ungeduld beim Erklimmen von Karriereleitern mögen da mögliche Gründe gewesen sein. Gelingt es Florian Kainz in der kommenden Saison wieder etwas konstanter seine Leistung abzurufen, dann steht einem nächsten Entwicklungsschritt, der ihn sicher schon in den erweiterten Kader der Kampfmannschaft bringt und ihm zu temporären Einsätzen ebendort verhilft, nichts im Wege.

      Während sich also die beiden obengenannten Spieler individuell durchaus weiterentwickeln konnten und trotz mancher Rückschläge sicher Fortschritte erkennbar waren, verhielt es sich beim talentierten Innenverteidiger Luca Tauschmann doch ein wenig anders. Der mit einem Jungprofivertrag ausgestattete Spieler litt in seiner dritten vollständigen Regionalliga-Saison unter Motivationsproblemen aufgrund durchaus nachvollziehbarer Perspektivenlosigkeit. Um das ihm zugesprochene Potential wirklich weiterentwickeln zu können, fehlte einerseits die wirkliche Herausforderung, andererseits die realistische Chance, sich wo anders präsentieren zu dürfen, als auf den Plätzen der Regionalliga-Mitte. Für die Saison 2010/2011 hat der SK Sturm Graz nun ein für den Spieler Tauschmann und den Verein vernünftiges und möglicherweise zukunftsträchtiges Lösungspaket geschnürt – der Spieler wird an den Erstligisten Hartberg verliehen, wo er sich in einer höheren Liga beweisen kann, und hat nach diesem Jahr bei entsprechender Entwicklung und Leistung die Möglichkeit beim Stammverein einen weiteren Karriereschritt zu tun und seinen Vertrag auf sinnvolle und faire Weise zu verlängern.

      Ob dieser auch bei Spielern wie Dean Maric praktizierte Weg zum Erfolg führt, wird das nächste Jahr zeigen. Ist dieser Weg durchdacht und mit Weitblick und strukturellen Denken verknüpft und nicht nur einem tagesaktuellen “Abschieben” geschuldet, dann könnte er sich als gute Idee und gangbarer Weg in der Weiterentwicklung und Vereinsbindung mancher talentierter Nachwuchsspieler erweisen. Die mit dem Fußballgeschehen vertrauten Beobachter wissen natürlich, dass der Zufall im Fußball erwiesenermaßen eine größere Rolle als im “normalen Geschäftsleben” spielt. Es gibt aber immer Strukturen, die den Zufall wahrscheinlicher machen. Sollten die Verantwortlichen beim SK Sturm Graz dies erkannt haben, so könnte man sich nur glücklich schätzen.

      Die ebenso überraschende wie wohl nicht argumentierbare Trennung von Jugendleiter Alfred Werner – einem geschätzten und erfolgreich arbeitenden Fachmann mit Ecken und Kanten – läßt Zweifel an einer angedeuteten Rückkehr zu erfolgreich erprobten Wegen von Sturm Neu aufkommen. Werner dürfte, wie auch die ebenso auf nicht sturm-würdige Weise “verabschiedeten” Reinmayr und Riedl – für manche im Verein zu autonom und erfolgreich gearbeitet haben und so zu einer Gefahr für nicht besonders flexible und systemtreue Akteure geworden sein.

      Wie es mit der Mannschaft der Sturm Amateure weitergeht, darüber kann vorerst nur spekuliert werden. Neben zahlreichen Verleihungen stehen wohl auch einige Abgänge von Spielern bevor – die Zukunft der Sturm Amateure dürfte einem großen Umbruch gleichen der hoffentlich auch zum großen Aufbruch gerät.

      Die gute Arbeit von U19 – Akademietrainer Michael Rexeis und die da und dort vom Nachwuchsverantwortlichen und Vorstandsmitglied Christian Jauk angekündigten Rückholungen von großen steirischen Talenten zum Traditionsverein aus und in Graz (Marcel Sabitzer?) lassen einen dann doch wieder zuversichtlicher in die Zukunft der Sturm Amateure blicken und auf eine gute und sich auf die gesunden Nachwuchswurzeln des Vereins vertrauende Saison 2010/ 2011 hoffen. Mögen aus vollmundigen Ankündigungen dieses Mal echte Taten erwachsen!

      Ein Kommentar von Heimo Mürzl

      Quelle Sturm12.at


      bin gespannt, wie ndiese Saison, das Team um Christian Peintinger ausschaut.
      nach schmerzlichen Verlust führe und lebe ich deinen Willen hier in diesem Forum weiter - ich denke an dich - dein Freund Sturm Kids