WM - Bilanz

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    • WM - Bilanz

      Was sagt ihr eigentlich zur WM Bilanz vom Kurier?

      Ist etwas zu umfassend und lang, um's hier reinzukopieren.

      Beim Top Team finde ich es etwas erstaunlich, daß Marcos im Tor steht und nicht Kahn. Ich hätte da sicher Kahn gewählt, Rüstü schätze ich auch noch etwas stärker ein als Marcos (der für ein Brasilianer aber wirklich ein sehr guter Goalie ist!).

      Beim Flop Team sind einige Flops dabei, die aber nicht überraschend floppten (was für ein Wort!), z.B. Figo mieses Jahr bei Real gehabt oder Veron @ Manyoo, no comment.

      Bei den Spielen "zum Abgewöhnen" ist D - Paraguay auch meine "Nr. 1" .. :wuerg:

      Von den aufgelisteten Spielen "zum Liebhaben" hat mir Brasilien - Costa Rica am besten gefallen! Senegal - Schweden war aber auch genial. :football:

      Ebenfalls vom Kurier:
      Oliver Kahn hat den Goldenen Ball für seine Leistungen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan gewonnen. Wie die FIFA am Dienstag mitteilte, erhielt der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft bei der unter Journalisten durchgeführten Wahl 147 Stimmen. Dahinter folgten WM-Torschützenkönig Ronaldo (126 Nominierungen) und der Südkoreaner Hong Myung-Bo (108 Stimmen) auf den Plätzen.

      Mit Kahn setzte sich in der seit 1982 durchgeführten Wahl erstmals ein Torhüter durch, die bisherigen Gewinner waren Paolo Rossi, Diego Maradona, Salvatore "Toto" Schillaci, Romario und Ronaldo.

      Hmm, ich glaub' bei mir wäre Ronaldo vor Kahn. Er hat dem Turnier seinen Stempel aufgedrückt. :thumb:
      ~ Easy dog ~
    • Wenn ein Sportredakteur einer der größten Zeitungen des Landes Marcos vor Kahn setzt - da fehlen mir die Worte. Sympathien - Antipathien alles recht und schön, aber Objektivität sollte grad bei einem Journalisten im Vordergrund stehen.

      Goldener Ball für Kahn? Wohl ein Trostpreis, v.a. da Ronaldo diesen eh schon 1998 erhalten hat. Zum 1. Mal wurde ein Tormann ausgezeichnet, find ich ok. Ronaldo wirds verschmerzen ;)
      Vertraue nie einer Pflanze, denn es könnte ein Bush sein!
    • Mit Kahn setzte sich in der seit 1982 durchgeführten Wahl erstmals ein Torhüter durch, die bisherigen Gewinner waren Paolo Rossi, Diego Maradona, Salvatore "Toto" Schillaci, Romario und Ronaldo.

      Hmm, ich glaub' bei mir wäre Ronaldo vor Kahn. Er hat dem Turnier seinen Stempel aufgedrückt.


      Für mich steht eines fest: Kahn und Ronaldo als (z.T. Spiele im Alleingang entscheidender Goalie) bester Torhüter bzw. Torschützenkönig und Comebackspieler des Jahres sind die einzigen, die sich den Titel verdient haben. Ich hätte allerdings Ronaldo bevorzugt, nachdem er eben im allesentscheidenden Moment, noch dazu im "direkten Duell" mit Kahn das bessere Ende für sich gehabt hat. Zu erwähnen sei, dass der goldene Ball von Adidas vergeben wird - das könnte letztlich auch ein nicht gerade nachteiliger Faktor für die Wahl Kahn´s gewesen sein.
    • Bester Spieler der WM?!

      Für mich ganz klar: RONALDO!
      Geniales Comeback, tolle Leistungen, WM-Torschützenkönig - wenn DAS keine Argumente sind, dann weiss ich auch nicht ...

      Ich verstehe nicht ganz, wie Kahn zu dieser Ehre gekommen ist ...
      Vielleicht aus Mitleid - weil er im Finale das 1:0 für Brasilien verschuldet hat?! :confused: :crazy:
      [SIZE=1]Die Tarnung der Neider ist die Freundlichkeit für die Mächtigen und der Tritt gegen Gleiche und Untergebene.[/SIZE]
    • Mitleid kann durchaus sein bzw. daß man Ronaldo nicht schon wieder diese Auszeichnung geben wollte. Er bekam sie schließlich auch '98, nach der schlechten Leistung im Finale gegen F.

      @Mr.Freeze
      Du hast recht, das direkte Duell hat Ronaldo in beeindruckender Weise gewonnen! :bravo:

      Dieser Bericht paßt übrigens auch zu diesem thread "WM Bilanz":


      Die nahezu perfekt inszenierte Fußball-WM hat Südkorea und Japan einen enormen Imagegewinn beschert. Wirtschaftlich aber zahlt sich das Milliarden-Spektakel für die beiden asiatischen Nationen nicht aus.

      "Es wurden eigentlich zwei Weltmeisterschaften durchgeführt. Und es wurden äußerst aufwendige Installationen getätigt, die man in Zukunft kaum mehr braucht," räumte FIFA-Präsident Joseph Blatter zum Abschluss der ersten Titelkämpfe in Asien ein.

      Teure Stadien

      Das trifft vor allem auf die 20 meist brandneuen Stadien zu, die beide Länder im Bestreben, sich gegenseitig zu übertreffen, errichtet hatten. Rund 2,8 Milliarden Euro wurden in Südkoreas futuristische Prachtbauten investiert, in Japan waren es sogar 4,8 Mrd. Euro.

      Dabei bietet nur der Sapporo Dome die Aussicht, auch dauerhaft rentabel zu sein. Viele andere Kommunen wären froh, wenn der künftige Ertrag durch Veranstaltungen wenigstens die Unterhaltskosten für ihre Arenen decken würden.

      Millionenverlust durch Betriebskosten

      In der Regel wird dies ein frommer Wunsch bleiben. In der Endspiel-Stadt Yokohama rechnen die Betreiber des International Stadium damit, dass der jährliche Nettoverlust alleine aus den Betriebskosten rund fünf Mio. Euro betragen wird.

      In Daegu, wo Südkorea gegen die Türkei im größten Stadion des Landes das Spiel um Platz drei austrug, gibt es nicht einmal einen professionellen Fußballverein.

      Ideenwettbewerb für Stadionnutzung

      Und auch im südjapanischen Oita wissen die Stadtväter beim besten Willen nicht, wie ihr "Big Eye"-Stadion künftig genutzt werden soll. Deshalb haben sie ihre Bürger aufgerufen, Ideen zu entwickeln.

      Die Stadien werden als Denkmäler eines Wettbewerbswahns stehen bleiben. Und die Kommunen werden auf Jahre hinaus darunter finanziell zu leiden haben.

      Viel zu optimistisch

      Mit viel zu optimistischen Schätzungen über den volkswirtschaftlichen Nutzen waren die Städte und Präfekturen zur Kandidatur als Austragungsort gelockt worden. Neun Mrd. Euro lauteten die Prognosen in Südkorea, gar 26 Mrd. in Japan.

      Jetzt haben viele erkannt, dass sie froh sein können, wenn die Verluste sich in Grenzen halten. In Oita wurde errechnet, dass anstelle des Gewinns ein Minus von 2,1 Millionen Euro zu Buche schlägt.

      Weniger Besucher kaufen auch weniger

      Lange Gesichter machte am Ende auch die Tourismus-Branche, denn die Besucherzahlen waren weit niedriger als kalkuliert. Südkorea hatte mit 640.000 WM-Besuchern aus dem Ausland gerechnet, letztlich kamen aber nur 450.000.

      In der Hauptstadt Seoul lagen die Buchungsquote in den Hotels und der Umsatz in den Duty-free-Läden sogar 20 Prozent unter dem sonstigen Durchschnitt.

      Trikots, Bälle und WM-Seite als Gewinner

      Freilich gab es auch wirtschaftliche Gewinner bei der WM, und das waren die Sponsoren. Der unerwartete Siegeszug des japanischen Teams bescherte Ausrüster adidas einen großen Asien-Schub.

      600.000 Trikots der japanischen Mannschaft und 1,5 Millionen Bälle wurden in den fünf Wochen verkauft. Der Internet-Provider Yahoo zählte 1,6 Milliarden Besucher auf seiner Website.

      Zwei-Länder-WM als Ausnahme

      Für die FIFA wurden die ersten Titelkämpfe in zwei Ländern zum kostspieligsten Wettbewerb ihrer Geschichte. "Wir hatten die Ausgaben für zwei Weltmeisterschaften, aber nur die einfachen Einnahmen", rechnete Blatter vor.

      Angesichts der wirtschaftlich angespannten Lage - nicht zuletzt durch den Konkurs des langjährigen Marketingpartners ISL - kann sich die FIFA eine derartige Konstellation nicht oft leisten.

      Daher ist man auch beim Weltverband heilfroh, dass in vier Jahren bei der WM 2006 in Deutschland nicht schon wieder ein finanzieller Drahtseilakt droht.


      Quelle: ORF

      Da kommen's jetzt drauf?! :eek:
      ~ Easy dog ~
    • Bis auf Kahns Fehler im Endspiel, der ja eigentlich erst durch einen kapitalen Fehler von Hamann entstanden ist, hat er eine sensationelle WM gespielt. Festhalten kann man auch, daß er sich wenige Minuten zuvor im Ringfinger ein Band gerissen hat...dies soll keine Entschuldigung sein, möchte ich nur einmal erwähnen...vielleicht hätte er, der so Überehrgeizige den Platz für Butt freimachen sollen?

      ...alles Spekulation...Fakt ist, daß auch ich der Meinung bin, daß Ronaldo und Kahn die herausragenden Spieler der WM waren...

      ...den brasilianischen Torhüter vor Kahn einzuschätzen halte ich für gewagt...in der Vorrunde sah er gar nicht so toll aus...mein Favorit neben Kahn ist Rüstü, der mich vorallem im Halbfinale echt begeisterte...

      ...das Spiel DFB-Paraquay- was soll man dazu sagen? Für die Deutschen gab es nur ein Ziel- sie wollten gewinnen...ihr Gegner tat auch so überhaupt nichts für den Spielaufbau, warteten auf den Konter und den wollten die Deutschen ihnen auf keinen Fall gestatten, so mußten sie gezwungenermassen auf ihre Chance warten und diese dann nützen- und das taten sie dann auch :D

      ...vielleicht sollte man demnächst den besten Feldspieler und den besten Keeper auszeichnen...
      [SIZE=3]Danke Gernot Jurtin[/SIZE]
    • @Cathi

      zugegeben, die spielerische Qualität der Endbegegnungen (1.-2. / 3.-4.) hat viele unzufriedene besänftigt.
      aber: die Bilanz der WM kann sich nicht in der alegorischen Betrachtung Brasiliens als Fußballmacht und der etwas hausgebratenen Beurteilung Deutschlands als häßlich schielenden Möchtegern erschöpfen.

      die Bilanz sieht aus persönlicher Sicht eher ernüchternd aus:
      * Befürchtungen sind: triumphaler Einzug der Geschäftswelt in den Sport, mit unvereinbarer und unerträglicher Dominanz desssen, was Sport nicht ist.
      * die allgemein geäußerte Kritik, daß da ausgelaugte und ausbebrannte europäische Spitzensportler, vielleicht auch lateinamerikanische Vollprofis zum Zug kamen, die einfach physisch und mental nicht mehr bieten konnten...
      * die willkürlich und konventionell ausgelegte Foul-Interpretation, die das "athletische Spiel" begünstigt und dazu führt, daß an ihrer Gesundheit interessierte Spitzensportler im Mittelfeld den Ball (fast stereotyp) zurückspielen, statt mutig ihr voraussichtliches Karriereende auf der Tragbahre und im Lazarett zu beenden...

      Die letzte EM war aus meiner Sicht erbaulicher, obwohl das mM nach beste Spiel, das der Holländer in der Versenkung verschwand.... ach wie schade.

      (bitte, bitte: kein Zentro-Europismus-Gespräch)
      mfg
    • In meinen Augen war das die schlechteste WM, an die ich mich erinnern kann (zugegeben: an Mexiko '86 habe ich nur mehr sehr vage Erinnerungen).

      Die Gründe:

      * Die Spieler der großen, im Europacup engagierten Mannschaften waren mitunter ziemlich ausgebrannt und brachten nicht die erhoffte Leistung (Figo, Zidane (seine Verletzung hängt wohl auch mit der Überbelastung zusammen), Raul, ...)

      * Das Favoritensterben. Es ist zwar schön anzusehen, daß Außenseiter wie der Senegal und Südkorea weit gekommen sind, im Endeffekt brauche ich aber keine Sensationsteams à la Südkorea in einem Halbfinale (!). Schon bitter genug, daß Holland und Tschechien gar nicht dabei waren, dazu kommt noch das frühe Aus von Argentinien, Spanien, Italien, Rußland, ... (Frankreich wurde von mir bewußt ausgelassen :bravo: ).

      * Das Niveau der Spiele. Die Vorrunden waren ja noch ganz ansehnlich, in der KO-Phase wurde ein 1:0 leider zum Standard-Ergebnis. Wenig attraktiv.

      * Die Schiedsrichter-Leistungen. Unter aller Kritik, was da teilweise gepfiffen wurde und sich Mannschaften durch krasse Fehlentscheidungen aus dem Turnier verabschieden mußten (Spanien, Italien), andere Mannschaften wiederum nur durch Fehlentscheidungen im Turnier blieben (Deutschland, Südkorea).
      Hier bin ich der Meinung, daß es sich die FIFA in Zukunft gut überlegen sollte, in entscheidenden Spielen Schiedsrichter aus 'exotischen' Ländern pfeifen zu lassen (sorry @ morgenthau). Es hat sich zwar gezeigt, daß auch sogenannte europäische Spitzenschiris Fehler machen, nur vermindert sich in meinen Augen die Gefahr eines Fehlpfiffes bei einem Spitzen-Schiri im Vergleich zu einem Unparteiischen aus Korea oder Costa Rica.

      * Insgesamt war diese WM in meinen Augen eher 'langweilig', es gab wenige Höhepunkte, über die man auch noch in 20 Jahren diskutieren wird (von den Schiedsrichter-Leistungen einmal abgesehen).
      Bei der 86er-WM denkt man gleich an die Hand Gottes, '90 in Italien fällt mir spontan Roger Milla's Tanz an der Cornerfahne ein, Rene Higuita (Kolumbiens exzentrischer Goalie mit seinen Ausflügen bis an die Mittellinie), Roger Millas Lachen, noch bevor er gegen Kolumbien ein Tor schoß, das Spuckduell Rijkard-Völler, '94 der Baby-Jubel der Brasilianer, das Zauber-Tor von Hagi von der Seitenlinie, usw. - von der 02er-WM ist mir aber nicht allzuviel im Gedanken gelieben...
    • @f.kober

      Festhalten kann man auch, daß er sich wenige Minuten zuvor im Ringfinger ein Band gerissen hat...dies soll keine Entschuldigung sein, möchte ich nur einmal erwähnen...


      Kahn hat in einem Interview selbst gesagt, daß die Verletzung am Finger nicht schuld war bei seinem Fehler....also.

      Für mich war eindeutig Ronaldo der Spieler des Turniers, weil er und Kahn bis zum Finale ziemlich gleich auf waren und zwar beide das Finale entschieden haben, aber nur Ronaldo zum positivem.
    • Kahn würde doch nie zugeben, daß er aus Ehrgeiz in der Kiste geblieben ist...es ist absolut klar, daß er einen schweren Fehler gemacht hat, das wie und warum, ist jetzt schon Geschichte...

      Ich glaube, daß Brasilien auch ohne Ronaldo Weltmeister gewordem wäre...weil sie so viele Spieler haben, daß sie auf einen Elber oder einen Amoroso einfach verzichten können...

      Mit einem Lehmann oder Butt im Tor, beide ausgezeichnete Vertreter ihres Faches wäre Deutschland nie und nimmer so weit gekommen- das ist die Leistung Kahns...

      Mein Spieler des Turniers, einfach wegen seiner beiden Treffer gegen eben diesen Kahn ist auch Ronaldo...ich plädiere auch weiterhin den besten Keeper und den besten Feldspieler zu prämieren...
      [SIZE=3]Danke Gernot Jurtin[/SIZE]
    • Bin auch ziemlich von der WM enttäuscht...

      Nur wenige Mannschaften haben guten Kombinationsfussball gezeigt (Brasilien, Costa Rica, Senegal, Tükei mit Abstrichen).

      Besonders enttäsucht bin ich natürlich von Frankreich und auch von Italien. Die haben sich nach einem Tor nur hinten reingestellt.

      Wie schwach die WM war merkt man auch daran, dass Südkorea (athletisch top, technisch gut, aber ohne wirklich Glanzlichter zu setzen) und Deutschland soweit gekommen sind.

      Wenigstens ist mit Brasilien die beste MAnnschaft des Turniers Weltmeister geworden.

      Die Wahl von Kahn zum besten Spieler ist in meinen Augen auch ne ziemlich dumme Geschichte.
      Ronaldo hat das direkte Duell klar für sich entschieden und wurde überlegen Torschützenkönig und Kahn hatte ja auch völlig verdient bereits die Trophäe für den besten Tormann bekommen.

      Aber andererseits hat Ronaldo diese Auszeichung bei der letzten WM auch ungerechtfertigt bekommen...

      Un düber die Schiedsrichterleistungen braucht man ja sowieso kein Wort mehr zu verlieren

    • Ich kann Creamer in (fast) allen Belangen nur zustimmen.

      Allerdings muss ich "meine" Italiener ein bisschen verteidigen. ITALIEN hatte ja wohl mehr Probleme und Pech mit den Schiedsrichtern als jede andere Mannschaft. Dass sie nicht den Fussball gezeigt haben, den sie eigentlich im Stande sind zu spielen stimmt.

      Trotzdem bin ich sehr froh, dass Brasilien und nicht unsere (Lieblings- :crazy: ) Nachbarn den Titel geholt haben.

      lg,

      Ingomar
      "Forza Italia"
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    • Eine recht nette Nachbetrachtung zu den Trainern der WM-Teams aus der deutschen Wochenzeitung Freitag

      Wie kaum etwas anderes auf dem Feld der Fußballforschung bedarf eine Phänomenologie des Trainergebarens des Fernsehens, der Vielzahl der von ihm gelieferten Sequenzen und Schnappschüsse. Unvergessen sind nicht nur die in sämtlichen peinlichen Details übertragenen Pressekonferenzen des Ex-Nationalesels Berti Vogts, eingegraben haben sich in unser Gedächtnis ebenso jene Männer auf der Bank, die entweder herumteufelten wie meinethalben Christoph Daum oder in sich versunken des kommenden Unheils respektive Glücks auf dem Rasen harrten - wie Kettenraucher Ernst Happel oder der bedrückend zerrüttete Alkoholiker Branco Zebec.
      Was konnte uns diesbezüglich die siebzehnte Fußballweltmeisterschaft bis dato bieten? Nun, zunächst ist die empirische Basis, das elektronische Material, eher schmal, denn die südkoreanisch-japanische TV-Regie verweilte im Großen und Ganzen vorbildlich beim Spiel. Gemessen an früheren Erfahrungen, hat man uns wenige Bilder von Trainerbänken und Coachingzonen präsentiert.
      Die Zurückhaltung der asiatischen Fernsehfexe verdient Lob - wie der mir trotz dürftiger visueller Eindrücke positiv aufgefallene südafrikanische Beinahe-Achtelfinalzampano Jomo Sono. Die hüftweichen Tänze des wuchtigen Freudenmenschen bei Treffern seiner bravourösen Mannschaft katapultierten Sono fast spiegelglatt an die Spitze meines Trainerrankings, zumal er gegen Spanien auch noch die Novität einer dreifachen doppelten Becker-Säge zur Welturaufführung brachte. Ihm scharf auf den Sympathie-Success-Spuren wandelte der mal geruhsam Kaugummi kauende, mal leidend die Köpfbewegung seines in der Nachspielzeit kläglich vergeigenden Stürmers Morales nachvollziehende Uruguay-Buddha Victor Pua, der obendrein eine erstklassige, getönte Diktatorensonnenbrille mastermindsouverän spazieren trug; was ihm wenig half; weshalb er Sono knapp und den Platz an der Sonne voll verfehlte. Und heimfuhr.
      Im Erscheinungsbild machte dem "Uru" hinwieder "Weltenbummler" "Bora" Milutinovic´ gewaltige Konkurrenz und setzte in letzter, bis zum Ausscheiden Chinas reichender Konsequenz auf eine verwegene Tollhaustolle, während seine Mannen zwar wild übers Feld pesten, indes die fünfte WM-Teilnahme ihres Chefs nicht mit dem fünften Einzug unter die besten sechzehn krönten. Von solcher Malaise unangefochten, fuhr "Milu" halt den Titel des edelmütigsten Verlierers ein.
      Eine deutliche Abfuhr zu erteilen ist der skandinavischen Fraktion: einerseits dem knäckebrotfaden Halbbrillenträger Morten Olsen (Dänemark), andererseits dem einen quarzhart-humorlosen Bulldozerfußball befehlenden schwedischen Doppelpack Tommy Söderberg und Lars Lagerbäck. Hatte Söderberg früher wenigstens Djurgarden Stockholm kommandiert, guckte er mit Brachialkompagnon Lagerbäck jetzt einfach nur noch aus der hässlichen Wäsche der "Tre Kronors".
      Schon wieder sehr viel andächtiger schauten wir dem mexikanischen Abwinker Javier Aguirre zu. Dito Belgiens rotweinpausbackigen und verzettelten Robert Waseige will man ehren und streicheln ob seiner kleinen dauerhaften Verzagnis. Desgleichen die verzweifelten Staunaugen des "besten Trainers Asiens" (BamS), Nasser Al-Johars aus Saudi-Arabien, rührten zu Trainertränen. Derweil flippte Argentiniens eigentlich introvertierter Marcelo Bielsa mehrfach empfehlenswert aus und fuhr aus der Kunsthaut des Trainingsanzugs. Die helmartige Vokuhila-Matte schützte ihn nicht vor der Demütigung, die er ebensowenig durch singuläres Geplärre, inständiges Knieeinknicken und Seitenliniendauerläufe abzuwehren verstand.
      Viele Trainer, viel Tragik, viel Gestengewese: Hie überwogen Trägheit und Resignation, dort gewichtiges Kritzeln, Sorgenfalteneinlagen und zielloses Randalieren. Der Italiener Cesare Maldini, zuständig für das paralysierend pragmatische Paraguay, raffte sich gegen Slowenien zu deppertem Dirigentengefuchtel auf, bis ihm der Akkreditierungspass vor die forsche Nase flog. "Autoritär, wie wir ihn kennen", belobte Fritz von Thurn und Taxis Sloweniens Ex-VfB-Profi Srecko Katanec. Zero points. Demgegenüber erhellte unser Gemüt der Spanier José Antonio Camacho, der macho Muto bewies und ob der macho Goalo seines Teamos den bulligen, schweißfleckenumkränzten Leib in die heftigsten Echauffierposen warf.
      Ob man, fragte Premiere-Moderatorin Monica Lierhaus am 10. Juni, "auch mal einen Trainer zum Spieler des Tages ernennen kann?" Italiens zuverlässig wuseligen Grandmaestro Trapattoni? Den türkischen Taktikhändewedler Senol Günes? Oder Japans rüden Leihfranzosen Philippe Troussier? Oder etwa den Kurzzeit-Kameruner "Winni Wahnsinn" (Bild)? Der rastlose Wanderer zwischen Seitenlinie und Bank brachte immerhin die Erkenntnis auf den Weg zum Arbeitsamt: "Fußball hängt [...] von so vielen Faktoren und Kleinigkeiten ab, manchmal von der Höhe des Rasens."
      Oder halt doch den luchsenden, springteuflischen, zuweilen engagierten Armeverschränker Rudi Völler, der der Programmzeitschrift tv14 , an Berti Vogts´ Diktum "Wir Trainer sind einsam" anknüpfend, gesteckt hatte: "Der Trainer ist allein"? Ach was. Den deutschen Charakterkracher wollen wir weder prämieren noch umschmeicheln - und daher final an die LVZ übergeben: "Was er sagt, ist Gesetz. [...] Er beweist wie stets Charakter - und keiner seiner Männer traut sich, so charakterlos zu sein wie noch bei der EM."
      Mit dem dürften wir dann auch den Dritten Weltkrieg gewinnen.