Ausbildungsverein (Karriereplattform) und/oder schneller Erfolg?

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    • @RAY KENNEDY, gretsch, diego_forever (Willkommen im Sturmforum :cheers: )

      Alles richtig was ihr schreibt, nur hat die Sache mMn ein paar Haken, die von mir bewusst in den Auswahlmöglichkeiten der Umfrage reingetan wurden.

      Finanzieller Aspekt:

      Wir wollen wohl alle, daß Sturm erfolgreich ist. Da in Österreich aber weder von Sponsoren, noch vom TV, der Bundesliga usw... soviel Gelder fliessen wie woanders, gibt es mMn nur 3 Möglichkeiten sich langfristig oben zu halten:

      1.) Man hat einen Mäzen wie Stronach oder Mateschitz (bzw. heisst Rapid), was meist mit sehr vielen Nachteilen verbunden ist und bei uns derzeit eh nicht in Frage kommt.

      2.) Man macht es so wie Salzburg, Tirol, GAK und zumindest nach den Meister und CL-Jahren wie Sturm (Liste nicht vollständig) und erkauft sich den Erfolg, der dann aber am Ende auch nach unten führt.

      3.) Man schaut, regelmässig eigene Nachwuchsspieler einzubauen, um aus Transfererlösen ein Polster zu erwirtschaften.

      Da 1 und 2 wohl nicht Sinn der Sache sein können, sollte man vielleicht mal überlegen, ob man dem Verein finanziell und teilweise auch sportlich was Gutes tut, wenn man Spieler aus der Adeg Liga bzw. Legionäre holt, die oft nur mehr Routine als Vorteil haben und die dann den Nachwuchshoffnungen (mir ist auch bewusst, daß nicht jeder es schaffen) vorgesetzt werden. Welch Spieler meist die günstigere Lösung wären und zudem viel eher einmal Geld bringen ist halt Geschmacksache. mMn hat man gar keine andere Wahl, als vermehrt junge Spieler einzusetzen um finanziell langfristig überleben zu können (zumindest aus jetziger Sicht - wohin sich unser Fussball bzw. die Wirtschaft entwickelt weiss wohl niemand). Natürlich kann man Erfolge, wie damals unter Osim (zum Glück) nie ganz ausschliessen, aber langfristig war das ja auch nicht.

      Sportlicher Aspekt:


      Wie geschrieben, wohl jeder Fan würde den SK Sturm gerne in jeder Saison weit oben sehen. Wenn man sich finanziell nicht übernimmt und die Mannschaft aus 11 tollen Legionären besteht und Meister wird, dürfte sich wohl niemand darüber aufregen. Fans, denen halt eigene Kicker wichtig sind wird halt gerne Jugendwahn oder so unterstellt, was ich sehr schade finde, weil es mMn einfach nicht stimmt. Mich regt es halt nur auf, wenn Spieler für mehr oder weniger Geld geholt werden und sichtlich ausser mehr Routine nicht viel mehr zu bieten haben als ein junges Talent. Desweiteren würde ich mir für die Zukunft erwarten, daß man von ausserhalb Spieler holt, die uns nicht nur sportlich weiterhelfen und vom Charakter dazupassen, sondern auch von ihrer Persönlichkeit. Sprich Leadertypen, die auch mal wenn es nicht so läuft "vorhanden" sind und noch dazu die anderen (vorallem auch die unerfahreneren Spieler) mitreissen. mMn hat Sturm momentan keinen einzigen Spieler, auf dem das zutrifft. Wenn dann bei Einbrüchen immer auf eben die unerfahrenen Spieler (welche ich ja nicht einmal groß sehe - ausser auf der Bank) hingewiesen wird von zb. Foda oder Haas dann ist das für mich unverständlich und ungerecht dazu und zeigt mMn, daß man die Fehlerquellen gar nicht richtig einschätzen kann oder will.


      Ich gebe Jedem recht, der meint nur mit jungen Spielern geht es nicht, aber jede Saison 2-3 einzubauen (muss nicht immer gleich Stammspieler sein, sondern ich rede von 25-30 Minuten Einsätzen, oder zumindest als erster Backup bei nicht Schlüsselposition oder bei kürzeren Ausfällen von Schlüsselspielern) sollte das Ziel von Sturm sein, aus eben beschriebenen Gründen und nicht weil ich ein hoffnungsloser Romantiker bin, dem Tradition und Identifikation über alles geht. Es ist, solange man nicht international eine größere Rolle spielt mMn doch völlig sinnlos zu glauben, man müsse ähnlich wie Topvereine in Europa jede Position doppelt fast gleichwertig besetzt haben. Wie soll das erstens langfristig finanzierbar sein und zweitens frage ich mich, ob es für unsere Liga überhaupt notwendig ist. Aber wenn man so wie bei uns diese Saison schon von sovielen Ausfällen spricht, wundert mich eigentlich gar nichts mehr. Ich glaube fest daran, daß es mit ein wenig mehr Forcierung der eigenen Jugend trotzdem Erfolge geben kann.

      Chancen:


      Sollte es Mode werden, dass talentierte Spieler wie Kaufmann oder Kröpfl (noch ist es ja nicht fix) mangels Perspektiven den Verein verlassen, ist das jedenfalls kein gutes Zeichen. Natürlich kann es nicht jeder schaffen, aber ich frage mich, wieso man den Spielern dann überhaupt eine Verlängerung anbietet, wenn sie anscheinend nicht das Zeug für die Stammelf haben. Ach ja, die Spieler sind ja noch nicht soweit – hört man in der Form komischerweise auch nur in Österreich und da speziell bei Sturm. Mit 19, 20 hat man mMn entweder das Zeug für zumindest regelmässige 20-30 Minuten Einsätze, oder man hat es eben nicht.


      Anspruch und Wirklichkeit:


      Hier sollte man nicht ständig die Fans für alles verantwortlich machen. Stichworte „fangen zu schnell zu träumen an“, „erwarten zuviel“, „wollen nur junge Spieler“ usw… Vielmehr sollte man selbst nicht ständig Ansprüche ändern, wie es einem grad am besten passt um ja keine Fehler zugeben zu müssen.


      Ausbildungsverein:


      Dieses Wort hat ja kein Fan erfunden. Nur, wenn man wie bei so Vielem großer Worte, nur kleine oder gar keine Taten folgen lässt darf man sich über Kritik nicht wundern.
    • Hallo -

      @oli:

      Was das Finanzielle betrifft, sollte man, was die Kadergestaltung betrifft, differenzieren. Und zwar einerseits zwischen Mäzen-getriebenen Klubs wie dem Mateschitz-Verein oder dem FAK zu Strohsack-Seiten, wo die finanzielle Gebarung schlicht und ergreifend wurscht ist/war (und die Materialschlacht mehr oder weniger Erfolg zeitigt/e) und Vereinen, die sich zwar finanziell übernommen haben (Tirol, GAK), deren Kader vom Nennwert aber nicht um Klassen besser war als der anderer Vereine. Und Sturm hat sich in der von Dir erwähnten Zeit zwar alles Mögliche "erkauft", aber keinen Erfolg in Gestalt von Titeln oder nachhaltigen EC-Erfolgen. Die Qualität der Arbeit ist da wohl der entscheidende Aspekt - und das gibt Vereinen mit geringerem finanziellen Spielraum die Möglichkeit, entsprechend gute Arbeit vorausgesetzt, die "Großkopferten" zumindest zu ärgern.
      Und genau das ist auch ihre Pflicht - dass man andererseits junge Spieler, die zumindest Potential (wenn schon nicht jene Qualität, über die oft geschrieben wird) haben, dann gezwungen ist zu "verkaufen" (im besten Fall), ist leider ohnehin unabdingbar. Aber nicht die primäre Zielsetzung: die sollte es sein, das Ausbildungssystem so stringent zu gestalten, dass es in erster Linie dem eigenen Verein zum Vorteil gereicht. Da gibt es wohl auch bei Sturm noch Aufholbedarf; wenngleich die Nachwuchsarbeit für österreichische Verhältnisse überdurchschnittlich scheint, ist da wohl noch reichlich Spielraum nach oben. Ein Blick über die Grenzen ist da hilfreich: warum sind wohl die Holländer in dieser Hinsicht ungleich erfolgreicher?
      Also, da 1) und 2) ohnehin nicht in Frage kommen, d'accord mit 3), aber nicht als "Philosophie", sondern Nebenerscheinung, die das Business unglücklicherweise diktiert.

      Zum Sportlichen: Die Zeiten der durchschnittlichen Legionäre bei Sturm sind, wie es aussieht und glücklicherweise (!), erst einmal vorbei. Praktisch alle Legionäre im Kader haben Schlüsselpositionen inne oder sind zumindest weit mehr als Kaderauffüllung. Kein Nachwuchsspieler wird daran gehindert, besser zu spielen als Muratovic, Hlinka, Kandelaki, Lamotte oder Shashiashvili. Daraus kann man folgern, dass die Jungen eben noch nicht so weit sind - oder leider teilweise auch noch nicht bereit, ihre Defizite zu korrigieren. Warum sollte Foda Haas aufstellen, wenn Kaufmann oder irgendwer sonst schon besser ist? Und vielleicht haben Kaufmann oder Kröpfl tatsächlich noch nicht das Zeug, tragende Rollen in der sogenannten Kampfmannschaft zu spielen? Falls das nämlich so ist, wäre es von ihrer Warte wohl besser, auf sportlichem Weg dafür zu sorgen, dass der Trainer an ihnen einfach nicht mehr vorbeikann. In aller Flapsigkeit ;-): "Talent" (was immer das genau heißen soll) interessiert mich bei einem Profikicker nicht, sondern nur Zahlen, also der messbare Erfolg. Nochmals: Alter und Herkunft sind in einem Profikader im Grunde irrelevant. Erfahrungsgemäß bessert man dort, wo es nottut, idealerweise aus dem eigenen Nachswuchs nach ... wenn's geht!
      Und zu Deiner Anmerkung in punkto "Leadertypen": Ein Profi braucht die nicht. Wenn er nicht weiß, worauf es ankommt, sollte er sich einen anderen Beruf suchen. Für mich ist das eine immer wieder ärgerliche Ausrede (auch von Trainern), nach "Leadertypen" - interessanterweise oft Spieler hart an der "Borderline" wie Kahn oder Van Bommel - zu rufen oder ihr Fehlen zu beklagen, wenn seine Schützlinge ihren Job nicht engagiert ausüben.

      Zum "Anspruch": Da hast Du recht, das ist eigentlich entbehrlich. Grund dafür ist m.M.n. die aus Deutschland importierte Sportberichterstatter-Mode, ständig nach Ansprüchen und Zielsetzungen zu fragen, die dann, vorzugsweise bei Nicht-Erfüllen, auf die mediale Goldwaage gelegt werden können. À la: "Wollen Sie Meister werden? Tatsächlich? Nicht geschafft? Ätsch bätsch!". Leider spielen die Protagonisten da großteils mit. Dabei ist der Anspruch ganz einfach: Alle Spiele zu gewinnen. Wenn das nicht der Anspruch ist, braucht es keinen Profi-Fußballverein. Ob man es dann tatsächlich kann, steht auf einem anderen Blatt. Und wenn es nicht klappt, muss man jene Faktoren "bearbeiten", die als Gründe für das Nicht-Zustandekommen in Frage kommen.
      Da fehlt es dann leider manchmal (oder oft, je nachdem) an einer möglichst objektivierenden Sichtweise, die die Kritik konstruktiv hält und sich darüber hinaus um eine leidenschaftslose Analyse bemüht. Ich weiß, ich weiß: Emotion gehört zum Fußball. Stimmt ja auch - aber nach dem Spiel sollte man im Stande sein, in erster Linie die Vernunft zu bemühen, um herauszufinden, was falsch war/ist und was man in Zukunft besser machen kann. Beispiel: Osim war (nicht nur) in dieser Hinsicht eine im österreichischen Fußball herausragende Persönlichkeit, die es immer wieder geschafft hat, den oft manisch-depressiven Ausbrüchen von Medien und Publikum analytisch zu begegnen.

      Neben all dem kann man allerdings sagen, dass Sturm tatsächlich ein "Ausbildungsverein" ist, noch dazu ein guter, misst man mit österreichischen Maßstäben: Das sieht man allein schon an den Transfer-Begehrlichkeiten anderer Klubs (Mateschitz-Verein, FAK, Ausland etc.). Wer sich in dieser Hinsicht manchmal als nicht besonders schlau erwiesen hat, waren wohl die ach so hoffnungsvollen Jungstars, die in vielen Fällen Gefahr laufen, ihre "Karrieren" entscheidend einzubremsen, weil sie glauben, sie könnten sich's "verbessern". Funktioniert meistens aber nicht. Komisch, oder?

      Liebe Grüße, Gretsch
    • Im Endeffekt ist es wie alles im Leben eine Sache des Konzeptes, der Nachhaltigkeit, der Kommunikation, der Wahrscheinlichkeit und vor allem der Sinnhaftigkeit.

      "Griassoga" wie "wenn wir nichts tun können wir nächstes Jahr nicht oben mitspielen" sind eigentlich nicht mehr hinterfragenswert sondern schlichtweg a) nicht näher begründbar und b) eine Frotzelei gegenüber dem aktuellen Kader. Kein Kader kann auf globaler Ebene von sich sagen, dass all ihre Positionen im Optimum aufgebaut sind. Kein einzige Legionär kann eine Erfolgsgarantie mitunterschreiben, sei es ein Lukas, ein Soma, ein Hadzic oder ein Manolov. Im Fußball, bzw. speziell im allseits beschränkten Österreich zählt, vorallem hinter Marketingclubs wie Red Bull oder Republiksvereinen wie Rapid eher das Gesamtkollektiv.

      Das beim Stimmenfang das Wort "Ausbildungsverein" nachvollziehbar, mit der Zeit eventuell aber falsche Zeichen an Spieler und Berater gesendet wurden, ist realistisch möglich. Im Endeffekt tut es jedoch nichts zur Sache, ob man "Heimatbevorzugungsklub" oder "Goldenerjungbrunnen" dazu sagt. Papier, Interviews oder Präsentationen sind ohnehin geduldig und bei den Meisten schnell in Vergessenheit geraten. "Karriereplattform Sturm - heimischer Weg, erfolgreich sein, eigenen Nachwuchs forcieren". Wen interessiert schon das Geschwätz von gestern...

      Es ist jedoch völlig richtig bzw. nie bestritten worden, das das Ziel im Spitzenfußball der "Erfolg" sein muss, wo dieser jedoch anfängt und irgendwann aufhört (sportlich &/ finanziell) wird in den seltensten Fällen auskommuniziert. Dieser "Erfolg" am Beispiel Sir Osim gemessen wurde jedoch nicht geplant, kalkuliert, es wurden keine Scoutingtoueren unternommen, außer DonCoyote hatte zeitgleich eine Kreuzfahrt gebucht - nein, er kam einfach, durch kontinuierliche Arbeit und Weiterentwicklung, aber vorallem mit Geduld und "Maß zum Ziel". Der populistische Gassenknüller "wenns bessa san werdens scho spün" ist im Grundgedanken der sportlichen Zielausrichtung zwar legitim, wird in den seltensten Fällen (Pehlivan, Dragovic, Prödl) jedoch auch gelebt. Warum? Weil der Trainer absichtlich schlechter aufstellt weil ihm von Xtzlg die Frisur nicht passt? Mag sein, jedoch spielen da viele andere Faktoren wie Erfolgsdruck, dem Vertrauen ins Routinierte, finanzielle Bankauswirkungen oder Druck durch unerwartete Leistung mithinein, viel andere Gründe kann ich, neben einer nicht gut sichtbaren Uhr, bei diversen Wechseleien, nicht sehen. Der Ruf nach den "Sauhunden" kam ja explizit. Nicht nur, das ich von solchen plumpen Aussagen nur wenig halte (ob Public Charakter oder einfach nur eine kurzfristige "Public Parody"), wurden diese, die jetzt anscheinend gesucht werden, vertrieben. Was jedoch nicht von der Hand zu weisen ist - das "Talent" hat schließlich jeder, es liegt an den Entscheidenden dieses auch zu forcieren und zu verbessern, vorallem aber, ohne jetzt 5439 Beispiele aufzuzählen, ob ein Rodwell oder Richardson, man benötigt SPIELE und VERTRAUEN. Wie @Oli bereits geschrieben hat, aus meiner Sicht geht es hier nicht darum, dass halblustige Tribünenzierden wie ich nach der halben U15 in der Startformation schreien, es geht viel mehr darum, einen STAMM von 5-7 routinierten Spielern (ob Legionär oder Österreicher, gut müssens sein) als Basis und die eigenen Äste aufzubauen und mit der Zeit und Erfahrung zu Stämmen zu machen. ;) Wenn man jedes Jahr im Frühjahr die treibenden Äste abschneidet, wird man in 32 Jahren keine Frucht ernten können. Zumindest von meiner Warte aus geht es nicht darum, aus dem "Versprechen" bzw. aus dem Jux heraus ein Durchschnittsalter von 17,2 Jahren auf den Platz zu zaubern, ohne Rücksicht auf (Zuschauer)verluste, es geht viel mehr darum, das was bereits vorhanden ist nachweislich zu forcieren VERSUCHEN, da dann immer noch die Möglichkeit besteht extern nachzubessern. Und vorallem nur dort, wo exestizenziell kein Backup weit und breit in Sicht ist (siehe Kandelaki, siehe Muratovic). Ohne jetzt sofort wieder einen Bukva oder Ehrenreich mutwillig zu diffamieren, sind ja Beide keine Schlechten. ;)

      Ich würde mir für die Zukunft, unabhängig von Personen (wie @RaikaSturm heute geschrieben hat), etwas mehr sichtbare Nachhaltigkeitsstrategien und etwas mehr "Vorleben" wünschen, gleichzeitig natürlich der Wunsch und das spürbare Unterfangen, sich Jahr für Jahr verbessern zu wollen und das Thema "Nachwuchs und Erfolg" (wie die Auswahlmöglichkeiten ja bestens dokumentieren) unter einen Hut zu bringen, ohne dabei die Kostenspirale oder den Unterbau zu vergessen. Das man künftig Mittel, die aus einem Transfer lukriert werden, in den Unterbau steckt, womöglich das "Scoutingnetz", neben dem Grazer Becken bis nach Koper und Budapest ausdehnt, um "Unterbauschwierigkeiten" wie dem "heimischen Mittelstürmer" (sowas kommt einfach vor, siehe einheimische linke Außenbahn [Klem ausgeklammert]) durch kluge Sichtungen alá Ljubijankic, Vengust, Beric oder Besic verbessern kann, der Nachhaltigkeit zuliebe, denn es gibt immer wieder "die Zeit nach dem Konzept".

      Und auch wenn es Vielen nicht gefällt, auch mir nicht, aber am Beispiel Rapid sieht man, was man mit a) Jugend bzw. b) "billigen" klugen Zukäufen wo Spieler noch unbekannt waren, erreichen kann (Maierhofer, Hoffer, Dober, Heikkinen, Pehlivan, Kavlak, Drazan, Ümit etc.).
      Komisch, oder?

      PS: Bei der derzeitigen Transferkommunikation (soll ja schon wieder Luftgäste geben) und den Vertragsausläufern, frage ich mich trotzdem, wo dann wer spielen wird, jedoch wird es, wie immer, die (langfristige) Zukunft zeigen und offenbaren.
      Legenden sterben nie

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    • @gretsch
      Und Sturm hat sich in der von Dir erwähnten Zeit zwar alles Mögliche "erkauft", aber keinen Erfolg in Gestalt von Titeln oder nachhaltigen EC-Erfolgen.
      Hab ja geschrieben, nach den richtigen Erfolgen.
      Aber nicht die primäre Zielsetzung: die sollte es sein, das Ausbildungssystem so stringent zu gestalten, dass es in erster Linie dem eigenen Verein zum Vorteil gereicht.
      Richtig, aber es wundert halt, wenn die Amateure in der Regionalliga vorne mitspielen und dann auf Positionen, wo wir genug Potential in den eigenen Reihen haben zb. ein Scherrer, Hassler oder Bukva verpflichtet werden. Natürlich sollte zuerst mal Ziel sein, für den Verein selbst Spieler auszubilden. Nach einer halbwegs guten Saison wird im Normalfall noch keiner wechseln - da werden Leitgeb und vorallem Prödl wohl Ausnahmen bleiben. Punkt 3 war daher meinerseits vielleicht etwas unvollständig. Auch die von dir angesprochene primäre Zielsetzung kann dem Verein viel Geld sparen.
      d'accord mit 3), aber nicht als "Philosophie", sondern Nebenerscheinung, die das Business unglücklicherweise diktiert.
      Hab nicht's anderes behauptet. Schrieb ja, man wird keine andere Wahl haben, ob das nun gut oder schlecht ist sei dahingestellt.
      Zum Sportlichen: Die Zeiten der durchschnittlichen Legionäre bei Sturm sind, wie es aussieht und glücklicherweise (!), erst einmal vorbei. Praktisch alle Legionäre im Kader haben Schlüsselpositionen inne oder sind zumindest weit mehr als Kaderauffüllung.
      Wobei sich das schnell wieder ändern könnte. Hier muss man abwarten, ob Kreuzer auch so ein gutes Händchen wie Hörmann hat.
      Kein Nachwuchsspieler wird daran gehindert, besser zu spielen als Muratovic, Hlinka, Kandelaki, Lamotte oder Shashiashvili.
      Das die genannten Spieler von jungen ersetzt werden, hat glaube ich auch nie wer gefordert.
      Daraus kann man folgern, dass die Jungen eben noch nicht so weit sind - oder leider teilweise auch noch nicht bereit, ihre Defizite zu korrigieren.
      Defizite haben in Österreich fast alle Spieler - egal ob jung oder alt. Ist noch nicht soweit ist für mich aber wie geschrieben oft eine billige Ausrede. Entweder ein Spieler ist mit 19 oder 20 soweit, um zumindest 20 bis 30 Minuten Einsätze machen zu können oder eben nicht.
      Warum sollte Foda Haas aufstellen, wenn Kaufmann oder irgendwer sonst schon besser ist?
      Verlangt ja niemand, aber wenn Haas mehrere Spiele inferior spielt, dann darf er ruhig mal in Minute 60 einem jungen Mann Platz machen oder?
      Und vielleicht haben Kaufmann oder Kröpfl tatsächlich noch nicht das Zeug, tragende Rollen in der sogenannten Kampfmannschaft zu spielen?
      Also ich hab noch keinen Spieler gesehen, der ohne Einsätze automatisch eine tragende Rolle spielt. In so eine Rolle muss ein Spieler erst hineinwachsen und dafür bedarf es eben Einsatzminuten. Bei genannten Spielern gab es ausser ein paar Alibieinsätze gegen Rapid oder Salzburg (natürlich gleich in so einem Spiel oder wenn geht bei Rückstand, damit der Spieler es so schwer als möglich hat...) nicht viele Chancen. Aber wie gesagt, wenn sie selbst für mehr Kurzeinsätze (sogar bei höheren Führungen, die es diese Saison schon gab) zu schwach sind, dann sind Verlängerungsangebote seitens des Vereins sowieso zu hinterfragen.
      In aller Flapsigkeit ;-): "Talent" (was immer das genau heißen soll) interessiert mich bei einem Profikicker nicht, sondern nur Zahlen, also der messbare Erfolg.
      (Ewiges) Talent, wie zb. bei Salmutter interessiert mich auch nicht. Aber zuerst mal Chancen geben, um überhaupt feststellen zu können, ob mehr vorhanden ist als nur Talent, das bald mal ein Kicker hat. Was verstehst du unter messbaren Erfolg? So wie zb. bei Beichler, an dem Foda gar nicht mehr vorbeikonnte, weil er ständig genetzt hat? Da hat es ein Jantscher eben schwerer, der mehr durch gute Standards auffällt.
      Und zu Deiner Anmerkung in punkto "Leadertypen": Ein Profi braucht die nicht. Wenn er nicht weiß, worauf es ankommt, sollte er sich einen anderen Beruf suchen. Für mich ist das eine immer wieder ärgerliche Ausrede (auch von Trainern), nach "Leadertypen" - interessanterweise oft Spieler hart an der "Borderline" wie Kahn oder Van Bommel - zu rufen oder ihr Fehlen zu beklagen, wenn seine Schützlinge ihren Job nicht engagiert ausüben.
      Ich erwarte mir von einem Fussballprofi auch viel, aber Persönlichkeit hat man oder man hat sie nicht. Natürlich kann vieles durch Kollektiv oder individueller Klasse ersetzt werden, aber nur solange alles aufgeht. Wenn aber mal nichts gelingen will, oder Selbstzufriedenheit einkehrt und Faktoren dazukommen, wie eben Fehlentscheidungen, dann braucht es Typen wie seinerseits ein Mählich, der die Mannschaft wachrüttelt. Vorallem aber auch junge Spieler ohne Erfahrung brauchen solch Spieler. Natürlich kann diesen Part teilweise der Trainer übernehmen (wenn er selbst die Persönlichkeit dazu hat), nur der spielt nicht mit. Wer selbst mal Verein gespielt hat und ein bisschen beobachten während der Spiele kann vermuten, daß die Spieler während eines Spieles meist gar nicht zuhören, wenn der Trainer was sagt. Van Bommel ist natürlich ein ideales Beispiel der Gegenargumentation, aber mMn eine negative Ausnahme.
      Zum "Anspruch": Da hast Du recht, das ist eigentlich entbehrlich. Grund dafür ist m.M.n. die aus Deutschland importierte Sportberichterstatter-Mode, ständig nach Ansprüchen und Zielsetzungen zu fragen, die dann, vorzugsweise bei Nicht-Erfüllen, auf die mediale Goldwaage gelegt werden können. À la: "Wollen Sie Meister werden? Tatsächlich? Nicht geschafft? Ätsch bätsch!".
      Naja, also mMn könnten sich unsere Medien in gewisser Hinsicht ruhig etwas mehr der deutschen oder sonstigen annähern, weil hierzulande werden die Kicker mMn zu sehr gestreichelt, was ein Mitgrund ist, wieso zu schnell Selbstzufriedenheit einkehrt. Ich halte auch nichts davon, auf einen Tabellenplatz zu beharren, aber Ziele braucht man überall im Leben, wenn man was erreichen möchte.
      Dabei ist der Anspruch ganz einfach: Alle Spiele zu gewinnen. Wenn das nicht der Anspruch ist, braucht es keinen Profi-Fußballverein. Ob man es dann tatsächlich kann, steht auf einem anderen Blatt. Und wenn es nicht klappt, muss man jene Faktoren "bearbeiten", die als Gründe für das Nicht-Zustandekommen in Frage kommen.
      Richtig, wobei es trotzdem oben genannte Ziele braucht, weil alles zu gewinnen ist zwar ein wichtiger, aber kein realitischer Vorsatz. Bezüglich Gründe hast du natürlich recht, wobei die Fehler oft schon vor den Spielen begangen werden, indem man sich zu sehr auf die Gegner konzentriert, was man aus taktischer Sicht natürlich muss, aber nicht immer schon vorher nach Ausreden suchen mit "die hatten gerade einen Lauf und sind gefährlich", "die haben zuletzt nicht viel gewonnen und deshalb sicher topmotiviert" usw... Sprich sich es drehen und wenden, wie man es gerade braucht - den Gegner möglichst starkreden, damit bei schlechten Ergebnissen die Argumentation gleich leichter wird.
      Da fehlt es dann leider manchmal (oder oft, je nachdem) an einer möglichst objektivierenden Sichtweise, die die Kritik konstruktiv hält und sich darüber hinaus um eine leidenschaftslose Analyse bemüht. Ich weiß, ich weiß: Emotion gehört zum Fußball. Stimmt ja auch - aber nach dem Spiel sollte man im Stande sein, in erster Linie die Vernunft zu bemühen, um herauszufinden, was falsch war/ist und was man in Zukunft besser machen kann. Beispiel: Osim war (nicht nur) in dieser Hinsicht eine im österreichischen Fußball herausragende Persönlichkeit, die es immer wieder geschafft hat, den oft manisch-depressiven Ausbrüchen von Medien und Publikum analytisch zu begegnen.
      Also ich glaube, ich bin immer um eine sachliche Analyse bemüht. Emotionen gehören für mich als Fan aber bitteschön dazu. Ein Trainer sollte sich da meist natürlich mehr zurückhalten, aber auch der wird die Mannschaft irgendwann nicht mehr erreichen, wenn kein Feuer da ist. Bezüglich Osim hast du einerseits schon recht, aber andererseits kann man nicht erwarten, daß jedem Fan eine Analyse die zu sehr in die Tiefe geht und mMn auch manchmal auf hohem Niveau als Ausrede für Nichterfolg herhalten muss interessiert.
      Neben all dem kann man allerdings sagen, dass Sturm tatsächlich ein "Ausbildungsverein" ist, noch dazu ein guter, misst man mit österreichischen Maßstäben: Das sieht man allein schon an den Transfer-Begehrlichkeiten anderer Klubs (Mateschitz-Verein, FAK, Ausland etc.). Wer sich in dieser Hinsicht manchmal als nicht besonders schlau erwiesen hat, waren wohl die ach so hoffnungsvollen Jungstars, die in vielen Fällen Gefahr laufen, ihre "Karrieren" entscheidend einzubremsen, weil sie glauben, sie könnten sich's "verbessern". Funktioniert meistens aber nicht. Komisch, oder?
      In letzter Zeit traf das zum Glück mit zb. Leitgeb oder Prödl natürlich zu, aber es ist eben nicht nur mMn eine Trendwende erkennbar, wo man erst sehen muss, ob diese anhält bzw. man dadurch schaden nimmt.
    • gretsch schrieb:

      "Ausbildungsverein": Wieder einer jener dehnbaren Begriffe, die als Schlagwörter - manchmal ein bisserl unreflektiert - durch die Fußballlandschaft geistern.

      d'accord, eines von mehreren, leider ohne klar erkennbar nachhaltigen Inhalten.

      Eine mMn wirklich sehr gute Diskussion mit unterschiedlichen Meinungen auf tollem Niveau. :thumb:

      In Österreich wird seit vielen Jahren über die Wichtigkeit der Nachwuchsarbeit gesprochen, sich auch gerne mit den Erfolgen der letzten Jahre gebrüstet und dennoch stellt sich die Frage, was ist aus Spielern geworden die z.T. in ihrer Altersklasse auf international hohem Nivau waren? Wo sind die jungen Talente, die bei Nachwuchseuropa- und Weltmeisterschaften noch so positiv in Erscheinung getreten sind? Wie kommt es, dass in einem fußballerisch relativ bedeutungslosen Land wie Österreich solches Potential versandet oder überhaupt im Nirwana verschwindet? Die "Schuld" wird oft bei den Spielern gesucht: Überheblichkeit, falsches Umfeld, Geldgier, falsche Berater, falsche Einstellung usw. Das mag z.T. sicher stimmen nur wird mMn zu wenig hinterfragt, warum das so ist, bzw. wie man dem entgegensteuern kann, warum diese Spieler oft Jahre im fußballerischen Vakuum verbringen, als Pendler zwischen Ersatzbank und Ligen, in denen sie sich kaum mehr weiterentwickeln können und wo sich die fehlenden Perspektiven auch auf die Leistungen auswirken.
      Es hält sich ja auch nach wie vor die fast unreflektierte Meinung, dass der verstärkte Einbau von jungen Talenten in die Kampfmannschaft mit Erfolg nicht vereinbar ist. Hier gilt es mMn, wie BlackNemesis schreibt, zu hinterfragen wie sich Erfolg definiert? Dieser ist bei Sturm seit der heurigen Saison mit der Qualifikation für einen internationalen Bewerb verbunden, und dafür ausschlaggebend ist der Tabellenplatz den man erreicht. Erreicht man einen der 3-4 ersten Plätzen war die Saison erfolgreich, unabhängig vom Niveau der Liga. Wenn dieses Ziel verfehlt wird, werden Verstärkungen gefordert, fertige Spieler mit internatioaler Erfahrung, die man ja braucht um auch international bestehen zu können. Und hier sind "junge Talente" offensichtlich hinterlich, weil die benötigte Zeit und Getuld nicht mit den Zielsetzungen vereinbar sind. Zielsetzungen, die mMn unnötig hochstilisiert werden und den Eindruck hinterlassen, dass schon wieder Vorhänge bestellt werden, bevor das Fundament trocken ist.
      Ich bin der Überzeugung, dass, wenn nicht noch Bill Gates, Warren Buffet oder Oleg Deripaska in die Liga einsteigen, es auch mit Spielern wie Kaufmann, Kröpfl, Prutsch, Klem, Tauschmann, Geißler usw. möglich ist, längerfristig einen der oberen Tabellenränge zu belegen. Alles mMn eine Frage der richtigen Zielsetzung und auch des richtigen Trainers, der nicht nur am Tabellenplatz gemessen wird, sondern auch daran, was er aus dem vorhandenen Material langfristig formen kann.

      Finanzieller Aspekt:

      Ich sehe den Hauptzweck einer Ausbildungsphilosophie nicht primär darin, Spieler heranzuzüchten, um sie dann möglichst teuer zu verscherbeln. Immerhin handelt es sich um Menschen, nicht um eine Ware.
      Es ist mMn bestenfalls eine Perspektive, sowohl für die Spieler, wie auch für den Verein, dass Sturm ein Sprungbrett für höhere Aufgaben werden kann. Das wäre dann eine typische win-win Situation. Planbar ist das mMn nicht, da zu viele unvorhersehbare Faktoren einwirken können. Primär sollte das Ziel sein, sich Transfers á la Hassler oder Ehrenreich (nichts gegen diese Spieler) zu ersparen. Außerdem bietet es die Möglichkeit, durch eine angemessene und Leistungsorientierte Vertragsgestaltung der Kostenexplossion im Fußball entgegenzuwirken. Der Ausbildungsbereich kostet nicht wenig Geld, wenngleich der Verteilungsschlüssel vielleicht einmal zu hinterfragen wäre. Wenn jetzt aber in halb Europa nach Spielern Ausschau gehalten wird, während hoffnungsvolle Talente den Verein verlassen, kann man sich das Geld in Zukunft eigentlich sparen.
      Ein zusätzlicher Aspekt mE ist auch jener, dass Transfers in der Regel teurer sind und die Kostenspirale schneller nach oben treiben, das ist natürlich immer eine Frage von Verhandlungsgeschick und z.T. auch unglücklicher, verbaler, öffentlicher Ankündigungspolitik.

      Sportlicher Aspekt:

      Einen großen Vorteil sehe ich darin, dass junge Spieler gezielt sowohl sportlich, wie auch von der Persönlichkeitsbildung an den Profisport herangeführt werden können. Sie wachsen mit und in einer Fußballphilosophie heran, die auch in der Kampfmannschaft praktiziert wird. Die Integration findet schon sehr früh statt und führt auch zu einer Verwurzelung mit dem Verein. Spieler wie Haas, Leitgeb, Prödl oder Beichler gelten als Vorbilder, ein nicht unwesentlicher Motivationsfaktor und eine Perspektive.
      Im Idealfall, im Zusammenspiel zwischen Kampfmannschaft und Ausbildungsbereich, ist auch die Transferpolitik über einen längeren Zeitraum planbar. Nicht jedes Talent wird den Sprung in die KM schaffen, aber wenn man in 3 verschiedenen Altersklassen herausragende Talente z.B. im Mittelfeld hat, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass es zumindest einer (im besten Fall alle 3) diesen Sprung schaffen kann. Es wird Possitionen und Jahrgänge geben, wo wenig eigenes Potential vorhanden ist, auch das bietet eine Perspektive für die Transferplanung.

      Chancen:

      Diese sind mMn bei Sturm nur hypothetisch bewertbar, weil imA die "Philosophie", bevor sie wirklich greifen kann, bereits wieder verlassen wird. Wie bereits erwähnt bin ich der Überzeugung, dass Sturm das Potential zur Erreichung angemessener und auch wirtschaftlich langfristig vertretbarer Ziele zwar nicht ausschließlich, aber zu einem hohen Anteil aus den eigenen Resourcen schöpfen kann.

      Anspruch und Wirklichkeit:

      Sturm hat mMn den enormen Vorteil, dass weder Titel noch internationale Erfolge von Sponsoren, Gönnern und auch nicht von den Fans vorgegeben werden. Gerade letztere haben nachhaltig ihre Treue auch in sportlich schlechteren Zeiten unter Beweis gestellt, lediglich mangelden Willen kritisiert. Wenn man Spieler vergangener Generationen lauscht, eine durchaus bekannte "Eigenart" von Sturmfans. ;) Dennoch hat der Fußball auch in Österreich den Anspruch Leistungs- sogar Spitzensport zu sein, dementsprechend richten sich auch die finanziellen Ressourcen, die bereit gestellt werden.
      Wenn der Anspruch nicht dahingehend mutiert, unbedingt in 2-3 Jahren um den Titel mitspielen zu MÜSSEN, und dieser nicht wieder zur Überlebensfrage wird, bin ich davon überzeugt, dass Sturm auch in den nächsten Jahren um die vorderen Plätze mitspielen kann, je länger eine Mannschaft zusammengehalten werden kann und je mehr Fingerspitzengefühl bei Transfers bewießen wird, kann es sogar mehr werden, aber kein MUSS, besten Falls ein DARF.
      Die Wirklichkeit muss mMn aber zumindest so sein, dass Sturm auch in sportlich schwierigen Phasen (auch Transferkracher sind keine Garantie für Erfolg wie wir wissen), wirtschaftlich gesund bleibt.


      ME braucht es einfach etwas Getuld und Vertrauen, und die richtigen Leute an den entscheidenden Schnittstellen. Leider ist hier mMn in den letzten Monaten sehr viel Potential verloren gegangen.
      Die Möglichkeit, auch diesen Bereich mit dem vorhandenen Potential praktisch von Grund auf neu zu gestalten, gestützt auf einer überwältigenden Zustimmung im Umfeld, wurde mMn nicht genutzt. Eine Chance, die es in dieser Form wohl nie mehr geben wird.
      Wo auch immer Sturm der aktuelle "Weg" hinführen wird, er möge zumindest nicht wieder zur Existenzfrage werden, kein Titel, kein internationaler Erfolg kann das jemals aufwiegen.
    • @RAIKA STURM:

      Ein tolles Posting , das viel RICHTIGES und noch mehr BEDENKENSWERTES enthält. In vielen Fragen bin ich ganz bei Dir und stimme Dir fast 100%ig zu und kann viele Formulierungen praktisch 1:1 übernehmen. Dass vom angedachten Weg eine Abzweigung genommen wurde, dass die neue "Philosophie" eines wie auch immer im Detail aussehenden AUSBILDUNGSVEREINES gar nicht lang genug praktiziert wurde, um über nachhaltigen Erfolg dieses Weges zu diskutieren, dass einiges an vorhandenem Potential verloren ging - all das ist richtig und sehr schade zugleich. Ein kleines Unbehagen und ein wenig Unverständnis bleibt aber auch: Bei der Absehbarkeit mancher Probleme bzw. beim Sichtbarwerden von Fehlentwicklungen blieb der Versuch diese einer Korrektur obder Verbesserung zuzuführen ein in meinen Augen äußerst vager bzw. scheinbar nicht gerade erfolgreicher. Wenn das von Dir explizit angesprochene Potential an fähigen Persönlichkeiten entweder nach und nach demontiert wird oder "kampflos das Weite sucht" - jeder hat da wohl seine Interpretation - bzw. (ich drücke es extra zugespitzt aus!) zu "schwach" ist, um eine sehr "dünne" Vereinsspitze aufgrund von Fehlentwicklungen ein wenig ins Wanken bzw. auf den richtigen Weg (zurück) zu bringen, dann sind entweder die Sachargumente nicht mehrheitsfähig oder die Alpha-Gene zu ungleich verteilt. Schon bei der letzten AOGV im Februar 2008 war einiges an Kritikpotential im Vorfeld gegeben - der Abend in Puntigam konnte das aber in gar keiner Weise vermitteln! Es ist wohl tatsächlich so, dass Hans Rinner geschickt und machtbewußt agiert - was man ihm aber nur bedingt vorwerfen kann - und es unter seiner Führung wohl nicht mehr zu einer Veränderung der Vereinsstrukturen kommen wird. Ob allein die Einführung einer Zweiteilung mit sportlichem und wirtschaftlichem Geschäftsführer inkl. Installierung eines Aufsichtsrates und eines funktionierenden Kontrollorgans den SK STURM GRAZ gleich zu einem Verein machen würden, wo sportlich und wirtschaftlich quasi "Milch und Honig fließen", sei dahingestellt - die Möglichkeit einer Überprüfung bzw. einer Neupositionierung gibts halt erst in der Nach-Rinner-Zeit. Bis dahin schließe ich mich dem Wunsch an, dass der aktuelle Weg von STURM GRAZ nicht wieder zu einer Existenzfrage werden möge und er nicht die so oft beschworene und im Grunde auch existierende STURM-FAmilie zu sehr entzweien möge.
      PS: Entgegen vieler Stimmen bin ich durchaus der Meinung, dass FF ein Trainer ist, der mit jungen Spielern arbeiten kann. Mglw. müssen aber auch SIE wollen. Dass Fodas Art nicht unbedingt meiner Wunschvorstellung entspricht, steht auf einem anderen Blatt Papier. mswg
      CRUIJFF/ KENNEDY/ MICOUD

      LÜGEN HEISST AUCH: MEHR ZU BEHAUPTEN ALS DAS, WAS TATSÄCHLICH IST. HANS MEYER
    • @ RAY KENNEDY

      Ein kleines Unbehagen und ein wenig Unverständnis bleibt aber auch: Bei der Absehbarkeit mancher Probleme bzw. beim Sichtbarwerden von Fehlentwicklungen blieb der Versuch diese einer Korrektur obder Verbesserung zuzuführen ein in meinen Augen äußerst vager bzw. scheinbar nicht gerade erfolgreicher. Wenn das von Dir explizit angesprochene Potential an fähigen Persönlichkeiten entweder nach und nach demontiert wird oder "kampflos das Weite sucht" - jeder hat da wohl seine Interpretation - bzw. (ich drücke es extra zugespitzt aus!) zu "schwach" ist, um eine sehr "dünne" Vereinsspitze aufgrund von Fehlentwicklungen ein wenig ins Wanken bzw. auf den richtigen Weg (zurück) zu bringen, dann sind entweder die Sachargumente nicht mehrheitsfähig oder die Alpha-Gene zu ungleich verteilt. Schon bei der letzten AOGV im Februar 2008 war einiges an Kritikpotential im Vorfeld gegeben - der Abend in Puntigam konnte das aber in gar keiner Weise vermitteln! Es ist wohl tatsächlich so, dass Hans Rinner geschickt und machtbewußt agiert - was man ihm aber nur bedingt vorwerfen kann - und es unter seiner Führung wohl nicht mehr zu einer Veränderung der Vereinsstrukturen kommen wird.


      Ich stimme dir zu, dass die von dir (überspitzt) als Schwäche bezeichnete, fehlende Nachhaltigkeit in vielen Bereichen Grund zur Selbstkritik gibt, das habe ich auch in einem anderen Thread geschrieben. Was man von anderen fordert, sollte man selbst nicht schuldig bleiben. Dennoch ist es von außen oft schwer zu beurteilen, warum sich "Vernunft" nicht gegen "Macht" durchsetzt. Es war gerade die scheinbare "Vernunft", neben der Dankbarkeit, die für einen großen Vertrauensvorschuss sorgte. Die angesprochene Veränderung vollzog sich mMn auch nicht von heute auf morgen, wenngleich recht rasch zu erkennen war, zumindest bei jenen, die direkt damit konfrontiert waren, dass sich die "neue" Führungsstruktur wieder als "Chefetage" entpuppte.
      Persönlichkeiten, denen man den Mut und die Stärke, resultierend aus der Überzeugung zutrauen konnte, waren mMn in einem gewissen Korsett gefangen bzw. ließen sich zu sehr in Details fangen, manche entpuppten sich leider als Bubblemaker, aber auch hier gilt es, vor der eigenen Türe zu kehren. Es gab mMn schon neben klaren Hinweisen auch das Bemühen, Korrekturen vorzunehmen, allerdings fehlte es mMn u.a. auch an der Bereitschaft im Umfeld, Dingen auf den Grund zu gehen und einer möglichen "Wahrheit" ins Auge zu sehen, die man vielleicht nicht sehen will. So lange "Erfolg" da ist, die Stimmung unter den Fans, Mitgliedern, in der Mannschaft passt, wirkt Kritik meistens als Störfaktor, unabhängig davon, ob die Sachargumente schlüssig sind oder nicht. Damit werden auch die besagten "Persönlichkeiten", die durch Kritik einen positiven Änderungsprozess für Sturm anstreben, wieder in das Eck der Querulanten gedrängt, die Sturm ja nur Schaden zufügen wollen. Dadurch wird, bewusst oder unbewusst, vieles auf die persönliche, emotionale Schiene gebracht, die ein stärkeres "Drehmoment" aufweist, wie der Sachverstand. Das, gepaart mit der Tatsache, dass anscheinend v.a. Medien einen Präsidenten brauchen und dadurch v.a. Personen eine große Lobby bieten, wird manches Bestreben oft bereits im Keim erstickt und deshalb bleiben dann kaum noch Alternativen als sich zu verabschieden.
      Gefördert wird das mMn durch unterschiedlichen Wissensstand (ein Grund für fehlende Transparenz?), persönliche Einblicke, Eindrücke und Erfahrungen, auf denen sich Meinungen stützen. Hier wirkt dann ein bewusstes "Gegensteuern", das auf besten Absichten aber leider auch auf einer gewissen Oberflächlichkeit beruhen, wenig fördernd.


      Ob allein die Einführung einer Zweiteilung mit sportlichem und wirtschaftlichem Geschäftsführer inkl. Installierung eines Aufsichtsrates und eines funktionierenden Kontrollorgans den SK STURM GRAZ gleich zu einem Verein machen würden, wo sportlich und wirtschaftlich quasi "Milch und Honig fließen", sei dahingestellt

      Dieser Eindruck sollte mMn in dieser extremen Form auch nicht vermittelt werden. Es bedarf sicher mehr als wie nur einen Schalter, den man umlegt, um zukunfts- und richtungsweisende Ideen erfolgreich in die Tat umzusetzten. Die Zustimmung, das Vertrauen waren mMn im überwältigenden Ausmaß vorhanden und ich bin davon überzeugt, die Geduld (auch wenn nicht alles verständlicher Weise sofort umgesetzt werden kann) und die Fachkompetenz mMn auch.

      Ein un-scheinbar und -loser Kritiker ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Reinhold ()

    • Oliver Kreuzer hat heute im Grazer übrigens zum Thema Ausbildungsverein Stellung genommen. Ausbildungsverein bedeutet für ihn: "Das heißt nicht, das wir mit lauter 20-jährigen spielen. Wir wollen ausbilden, integrieren und dann die Spieler fördern :crazy:." MMn hat der werte Herr Sportdirektor die Fans nicht verstanden. Der Großteil der Fans hat nie verlangt, das man mit lauter 20-jährigen startet. Allerdings erwarte ich mir eine faire Chance für junge Spieler, wenn Routiniers mal (leistungsbedingt) ausfallen oder der Spielverlauf es zuläßt. Dazu gab es im Herbst und vor allem im Frühjahr (leistungsbedingt) genügend Möglichkeiten. Der Trainer hat, warum auch immer, einfach nie bzw. sehr spät gewechselt. So wird sicher kein junger Spieler langfristig zu Sturm kommen wollen, da die Perspektive mMn nicht passt.
      mit schwarzen Grüßen ...
    • Ausbildungsverein ,wie ich ihn sehe

      Ich bin begeistert über das hohe Niveau dieser Diskussion. Die große Ressonanz zeigt auch, dass dieses Thema für den SK STURM sehr wohl größere Brisanz hat, als man bei der ¾ leeren Veranstaltung der Kleinen Zeitung am vergangenen Montag im Dom im Berg annehmen hätte können. Die Beiträge zeigen eben, dass der Bedarf dies tiefer zu diskutieren, als bei so einer Veranstaltung, groß ist.
      Es wird mit Recht kritisiert, dass der Begriff %u201EAusbildungsverein%u201C wenig griffig ist und daher viel hineininterpretiert werden kann. Seit dem Abgang von Pogatetz und Sallmutter im Sommer 2000 beschäftige ich mich mit diesem Thema und möchte daher meine diesbezügliche Sichtweise konkretisieren und stelle zuerst einmal klar, was es nicht ist:
      Eine KM mit mindestens 8 jungen Spielern aus dem Ama Bereich.
      Jede erfolgreiche Mannschaft braucht in jeder Formation mindestens einen routinierten Spieler. Ohne diese Mindestanforderungen geht es nicht und wäre für die Entwicklung der jungen Spieler kontraproduktiv. So können maximal vier bis sechs junge Spieler (unsere spätere CL Mannschaft hatte eine ursprüngliche Basis von 6 Eigenbau-Spielern) den ersten 15 im Kader angehören.

      Warum Ausbildungsverein?

      Wie schon angeführt, ist für einen Verein wie Sturm (mit diesem Sponsorpotential und den TV Einnahmen in Österreich) ein positiver Transfersaldo (Überschuss der Transfereinnahmen über Transferausgaben) mittel- und langfristig überlebensnotwendig. MMn ist maximal eine Saison mit neg. Saldo noch tolerierbar. Alles darüber hinaus wird ungesund. Positive Salden sind in erster Linie mit von uns ausgebildeten Spielern machbar. D.h. die Ausbildungsschiene muss ein zentraler Bestandteil der Vereinsphilosophie sein.

      Ziel des Ausbildungsvereins

      Es muss gelingen im 5-Jahres Zyklus mit 4 bis 6 jungen Spielern (U 21) der ersten 15 im Kader in der österreichischen BuLi einen internationalen Platz 3-4 mal zu erreichen.
      Ich weiss, dass das herausfordernd ist, es ist aber eine Vision, die bei der Qualität der österreichischen BuLi machbar sein muss. Ich glaube, dass die Ausbildung bei uns schon einen für österreichische Verhältnisse hohen Standard hat, dass aber noch genug Verbesserungspotential brach liegt.
      D.H. der Kampf um internationale Startplätze darf langfristig kein Widerspruch zur Ausbildungsschiene sein, weil sonst die Gefahr besteht, dass unsere guten Spieler innerösterreichisch wechseln. Was die Erreichung der internationalen Plätze zusätzlich erschwert. D.h. aber ausdrücklich nicht, dass man kurzfristig für eine Teilnahme im int. Geschäft auf die Ausbildungsschiene zu verzichten.
      Ich möchte beispielhaft auf einige Haltungen eingehen, die Voraussetzung für die Erreichung dieses Zieles sind:

      Glaubwürdigkeit

      Diese steht am Beginn und ist dann auch das Ergebnis aller anderen Haltungen. Da die Wirkung der Ausbildungsphilosophie erst mittel- bis langfristig erzielt wird, darf sie nicht dem Tagesgeschäft, der aktuellen finanziellen Lage (wenn man kein Geld hat, dann forcieren wir die Jungen, wenn man ein bisserl eines hat, dann investieren wir in neue Spieler) und der Beliebigkeit der Stimmungen und persönlichen Zielsetzungen von Trainern und Funktionären geopfert werden. Glaubwürdigkeit muss tagtäglich gelebt werden, sie ist schwer zu erreichen und ganz leicht wieder zu verlieren. Einige Beispiel dazu:
      Wenn ich von OK in der "Woche" lese, dass österreichische Spieler, die uns weiterbringen könnten, für uns nicht finanzierbar sind, bin ich verwundert, weil einem WH es gelungen ist z. B. einen Stankovic trotz großer österreichischer Konkurrenz als "Spieler des Jahres der Red Zac-Liga" gegen den Willen seines Managers und geringerem finanziellen Angebot als die Konkurrenz zu STURM zu bringen. Wenn man einen sicherlich nicht billigen Manager, der bis jetzt nur bei Vereinen tätig war, wo er für mitteleuropäische Verhältnisse, finanziell aus den "Vollen" schöpfen konnte, engagiert, kann man nicht erwarten, dass der als "glaubwürdig" wahrgenommen wird, wenn er vom "armen" Verein, und daher geringerem Vertragsangebot spricht. Jedenfalls dürfte er aus diesem Grund für einige Vorstandsmitglieder den ersten "Elchtest" in der Verhandlung mit z.B.Weber, nicht bestanden haben. So ein Manager wird auch nie glaubwürdig eine Ausbildungsschiene vertreten können, wenn er Vertragsverhandlungen mit jungen Spielern sausen läßt und dafür in Europa auf Scouting Tour geht.
      Die "vollen Kriegskassen" in den Medien und die Mitteilung von HR an die Mannschaft nach dem Cup-Aus, dass man für die nächste Saison investieren wird, strotzen nicht von "Gläubwürdigkeit" in die Ausbildungsphilosophie.

      Entwicklung zu Persönlichkeiten


      Unsere Aufgabe muss es sein, die Entwicklung der Talente zu Persönlichkeiten zu fördern. Das beinhaltet eine fundierte Zielearbeit. Wo die Spieler ihre eigenen Visionen und Ziele unter fachgerechter Anleitung in Abstimmung mit den Trainern entwickeln sollen. Hier ist es wichtig sich die Stärken und Schwächen bewusst zu machen. Wege und Teilziele zu formulieren, wie man diese verbessern kann. Ohne Ziele und Visionen ist die Gefahr, dass der Spieler im Tagesbetrieb von Schule und Fussball untergeht, sehr groß. Auch das Risiko des "Abhebens" wird geringer, weil immer eine kreative Spannung zwischen Soll und Ist da ist. Ich habe das z.B. mit Jürgen Säumel mit 16 Jahren begonnen. Von Emmanuel Pogatetz weiß ich, dass er es als Nationalteamspieler noch gemacht hat, um seine Vision "Premier League" zu verwirklichen. Dies darf nicht isoliert passieren. Die Trainer müssen "glaubwürdig" hinter diesen Prozess stehen und ihn nicht nur nach außen gewähren lassen sondern auch nach innen danach leben und in den Trainings permanent darauf eingehen.
      Wenn ich jetzt mit jungen Spielern spreche, gibt es dazu zwar Ansätze aber kein durchgängiges, nachhaltiges Konzept.

      Kaderplanung nicht nur für eine Saison

      So klar und eindeutig der aktuelle Trainer immer auf das jetzt schauen muss, so wichtig ist diese Haltung von Vereinsseite bei der Ausbildungsphilosophie. So glaube ich, dass wir z.B.: in dieser Saison mit Scherrer und Sereinigg Spieler, bei aller Sympathie für beide, geholt haben, die nicht notwendig gewesen wären. Ein Klem, Kröpfl, hätten als zweites Backup (nach Jantscher) die Rolle von Scherrer nehmen und ein Tauschmann das vierte Backup in der Innenverteidigung sein können. Klem hat nach meinen Informationen z.B. vorige Woche in Belgien in der Nationalmannschaft eine bessere Figur gemacht, als Drazan von Rapid. Tauschmann hält mit Dragovic von der Austria die Innenverteidigung in der U19 Nationalmannschaft zusammen, dessen Kapitän Kröpfl ist.

      Vertrauen - Zutrauen

      Wenn die ersten Haltungen wirklich gelebt werden, ergibt sich Vertrauen von selbst. Es ist das Ergebnis von intensiver Zusammenarbeit bei der Erreichung der Teilziele. Dabei ist es wichtig Manager, Eltern und den Spieler selbst auf Augenhöhe zu begegnen. Mit ihnen einen offenen und ehrlichen Dialog zu pflegen, indem die Werte und Ziele des Vereines klar und eindeutig vertreten werden, auf die Pflichten des Spielers hingewiesen werden und aber auch die Pflichten des Vereines festgestellt werden müssen. FF und Markus Schupp haben mir einmal von einer Hospitation bei Arsene Wenger erzählt. Es ist Ihnen dabei aufgefallen, dass im Training von Arsenal permanent nur konstruktiv und positiv von den Trainern angefeuert wurde. Matthias Sammer hat bei einer der letzten CL Übertragungen von Premiere auf die Frage, warum ein Arsene Wenger zum Unterschied von deutschen Vereinen einen 18-jährigen im CL Viertelfinale bringen kann und der seinen Mann stellt, zugegeben, dass man in Deutschland leider noch nicht so weit ist, das sich zu trauen und einige Jungen zwar schon die Qualität hätten aber die Trainer glauben, dass sie darauf zu wenig vorbereitet sind. FF hat im Jänner 2007 mitten im Abstiegskampf unbedingt einen Innenverteidiger wollen. Johanna, der jetzt bei Wr. Neustadt spielt, war schon ante portas. Bis CJ gesagt hat, es geht finanziell nicht. So kam Prödl zum Einsatz. Der Rest ist bekannt.

      Man sieht es wäre viel zu tun. Die Gefahr, dass vieles, was aufgebaut wurde in kurzer Zeit wieder verloren geht, ist evident.
      fuer.sturm


      "Ein Lebenskünstler ist, wer aus den Steinen, die man ihm in den Weg legt, ein Haus zu bauen vermag."
      Ernst R. Hauschka, dt. Aphoristiker und Lyriker
    • @ fuer.sturm

      Würde ich in Besitz eines Druckers sein, hätt ich mir Deinen (Ihren) Beitrag schon längst auf die Wand vor meinem kleinen Schreibtisch gehängt. Wunderbares Posting. Wie auch all die anderen, von diversen anderen Usern zu diesem Thema abgelieferten, durchwegs sehr lehrreichen Beiträge. Respekt.
    • mMn wie schon mehrmal gepostet, müssen die stärksten spielen, das Alter sollte dabei mMn keine Rolle spielen, junge spielen zu lassen, nur weil Sie jung sind, halte für gleich sinnlos wie einen alten der als Bakcup geholt wurde, spielen zu lassen, nur weil er eben geholt wurde...

      Bei Arsenal, ManU, Barca oder sonst einem Topverein, spielen ja die jungen auch nicht nur weil sie jung sind, international bestes Beispiel zur Zeit mMn Barca: Messi, Puyol, Xavi, Iniesta etc... alles Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die aber Ihre Debuts sicher nicht gaben weil Sie jung waren, Barca leistet mMn die beste Nachwuchsarbeit (natürlich zusammen mit ein paar anderen) in Europa und da gab es auch genügend Beispiele, bei denen es für andere Vereine gereicht hat, aber eben nicht für Barca, aber es spielen eben die Besten egal ob Jungen oder Alte, bestes Beispiel zur Zeit mMn Boja Krkic, sicherlich ein riesiges Talent, aber ich glaube nicht, dass ein Barcafan jammert weil er heuer weit weniger Einsatzminuten bekommt als im Vorjahr...

      Ich weiß schon, dass man Sturm jetzt keinesfalls mit Barca vergleichen kann, jedoch will ich nur meine Aussage untermauern, egal welches Niveau, spielen sollen die Besten egal welchen Alters.

      Bei Sturm sollte uns mMn die Vergangenheit lehren, dass die wirtschaftliche Seite ganz klar im Vordergrund stehen muss,

      Wie schon angeführt, ist für einen Verein wie Sturm (mit diesem Sponsorpotential und den TV Einnahmen in Österreich) ein positiver Transfersaldo (Überschuss der Transfereinnahmen über Transferausgaben) mittel- und langfristig überlebensnotwendig. MMn ist maximal eine Saison mit neg. Saldo noch tolerierbar. Alles darüber hinaus wird ungesund. Positive Salden sind in erster Linie mit von uns ausgebildeten Spielern machbar. D.h. die Ausbildungsschiene muss ein zentraler Bestandteil der Vereinsphilosophie sein.

      mMn kann man Transfererlöse nicht in einem Budget verankern, wie will man diese kalkulieren?
      Wichtiger Punkt im Budget sind mMn bei einem "Fanverein" wie wir es sind :thumb:, Zuschauereinnahmen und Fanartikel=> ich glaube kaum, dass wir mit vermehrten Jungendeinsatz aber einem damit verbundenen Platz 5 - 7, den selben Zuschauerschnitt halten könnten wie jetzt (da es eben doch viele "erfolgsabhängige Schönwetterfans" gibt), da ich die letzten Budgetzahlen nicht im Kopf habe, kann ich leider nicht beurteilen wie kalkuliert wurde bzw. wie sich zB im Schnitt 4000 Zuschauer weniger aufs Budget auswirken würde...

      Fakt ist mMn dass Sturm immer unter den ersten 4 dabei sein sollte/muss, wenn dies die finanziellen Mitteln nicht erlauben, dann muss man sich aber (mit Rückblick auf die noch recht nahe Vergangenhait) eben mit Platz 5, 6, 7 - 9 :thumb: zufrieden geben...

      Natürlich sollte die Ausbildung und folglich die Integration junger Spieler in die KM ein Ziel sein, aber das wir das sowieso können, wurde in den letzten Jahren glaube ich oft genug bewiesen bzw. halte ich FF für einen Trainer der das kann,
      das "Wort" Ausbildungsverein (der wir mMn sowieso sind bzw. die letzten 2 Jahrzehnte waren), ist mMn leider wieder ein perfektes Beispiel, des äusserst verunglückten Umgangs mit den Medien den "Sturm-neu" an den Tag legt, als Verein mit einer für österreichischen Verhältnisse mMn sehr guten Nachwuchsarbeit gab man mMn so ein Ziel vor, das "schwer" zu erreichen ist, aber nun von vielen eingefordert wird, in den Jahren bevor wir zum "Ausbildungsverein" wurden, wurde der Einsatz von jungen bei weitem nicht so stark gefordert, aber wir haben trotzdem "genügend" gute junge Spieler herausgebracht.

      Zum Abschluss: Ich bin überzeugt, dass wir auch in Zukunft noch "genügend" zukünftige Teamspieler herausbringen werden!!!

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    • wie geht es weiter

      Liebe Sturmfreunde,

      vorweg: ich habe den Eindruck, dass alle Diskutierenden mit Begriff "Sturm als Ausbildungsverein" etwas anfangen können bzw. dass dieser Begriff durchaus positiv belegt ist (im Großen und Ganzen stimmen hier alle überein, dass wir nicht mehr ausgeben als einnehmen können und, dass es nur mit Nachwuchs nicht geht - ich denke, dass sich diese beiden Sätze in den verschiedensten Postings wiederspiegeln.)

      Was ist der Grund, dass wir hier diskutieren?? Der Verein versteht sich als Ausbildungsverein und die Fans (zumindest die hier vertretenen) akzeptieren dies und verstehen dies..............aber irgendwas scheint doch nicht ganz schlüssig zu sein???

      1.) hatten wir andere Vorstellungen bzw. Erwartungen

      2.) Macht der Verein etwas falsch?

      3.) Hapert es an der "nur" Kommunikation?

      ad 1.) Herr Jauk und Herr Rinner haben anfangs Erwartungen bezüglich Offenheit, Kommunikation und finanziellen Einblick geweckt, die so nicht zu erfüllen sind. Dies wurde als Antithese zu Kartnigs Führungsstil in den Vordergrund gedrängt und kommuniziert.

      Teils aus rechtlichen, teils aus takischen und strategischen Gründen ist diese Art eines "offenen Klubs" m.M. nicht umzusetzen (Als Beispiel fällt mit das Thema Muratovic bei der Diskussion im Schlossberg ein. Man kann wohl von einem seriösen Manager nicht erwarten, dass er bei einer solchen Veranstaltungen Wasserstandsmeldungen über Transfers abgibt - dies würde Ihm ein Teil der Fans wiederum übel nehmen.)

      2.) aus Fansicht wird jeder Verein immer etwas falsch machen (überspitzte Formulierung). Hier kann wohl - idealtypisch - nicht auf jeden "Fanhuster" Rücksicht genommen werden. Gerade bei aufkommender Kritik haben die Führungskräfte des Vereins Kurs zu halten (ob Sie das machen, sei hier dahingestellt.) Dies bedeutet aber nicht, dass man getroffene Entscheidungen nicht dann und wann hinterfragen sollte.

      3.) Kommunkationstechnisch agiert unser Verein in letzte Zeit wohl nicht besonders glücklich. Sogar manch positive Entwicklung wird oft - mangels fehlender oder schlechter Kommunikation - nicht als solche wahrgenommen.


      Fazit:

      Nachdem wir Alle eine Phase des organisatorischen Supergau (Kartnig Arä) mitgemacht haben und ein Großteil der engagierten Fans (leider erst im Nachhin) in Ihren "Grobabsichten" über diese Zeit recht bekommen haben, waren wir voll Erwartungen in die Rinner-Zeit gestartet.

      Wir erwarteten - nach Kartnigs Ablöse -, dass sich viele der damals diskutierten Probleme, danach einfach auflösen. Ein gutes und vertrauensvolles Management wird den SK Sturm zu nationalen Spitze führen, den eigenen Nachwuchs einbauen und jeden Sturmfan mit seinem Verein versöhnen.

      So leicht ist es - zumindest meiner Meinung - nach nicht.

      Ein langfristig erfolgreicher Verein bedeutet harte Arbeit über einen langen Zeitraum hinweg (auch für die Fans, dazu weiter unten.)

      1.) Finanzieller Aspekt

      da wir übereingekommen sind, dass die liebe Kohle einen bedeutende Größe im Profifussball ist, wird die Vereinsführung nicht umherkommen mehr Geld aufzustellen. Dies kann über Großsponsoren erfolgen (bei uns im Moment wohl nicht: kleiner internationaler Markt, wenig internationale Präsenz - Zuviel Abhängigkeit von einem Sponsor ist in diesem Bereich wohl auch nicht strategisch günstig), über Mäzene (warum nicht, ist wohl vielen klar) oder über den mühsamen Weg einer positiven Transferpolitik, einer Einbindung der lokalen "Kleinsponsoren", Merchandising und über "kreative Aktionen diverser Gönner". Dieser Weg bedeutet viel Arbeit: im Prinzip muss jedes Potential im Verein genutzt werden, um hier erfolgreicher zu sein.

      Wie dies im Moment ablauft, weiß ich nicht, da mir der interne Zugang fehlt. Ich sehe aber keinen anderen Weg. Dies bedeutet Schulbesuche und Schulkooperationen (zukünftige Spieler, Zuschauer und "Kunden"), Stammtische in der "Provinz", koordinierte Veranstaltungen von Fans und Fangruppen, und viele andere Aktivitäten.


      dies führt zu Punkt 2. und 3.)

      das riesige Potential unserer Fans und Änhänger kann nur bei einer prinzipiellen positiven Grundeinstellung zum Verein gehoben werden (bitte nicht vergessen, dass von dieser Seite schon extrem viel passiert). Dies kann nur über eine offene, professionelle und seriöse Kommunikationspolitik geschehen. Dies bedeutet nicht, dass jeder Fan über jedes Spielereinkommen Bescheid wissen muss, sondern dass sich der Fan als Teil des Vereins wahrgenommen fühlt.

      Vereinsführung bedeutet auch den Akteuren (also auch den Fans) die Ziele und Strategien so zu vermitteln, dass sich diese darin wiederfinden können.


      Mein Ergebnis: die Führung unsere Vereins hat vieles richtig gemacht und die Erwartungen mehr als übertroffen.

      Die Zeit der Vereinsrettung ist allerdings vorbei und es sollte gegonnen werden eine moderne Struktur zu schaffen. Dies wird - wegen oben genannten Gründen - nicht ohne massive Einbeziehung der Anhänger möglich sein. Aufgabe der Vereinsführung muss es allerdings auch sein, allzu hohe Erwartungen zu bremsen. Die Grenze zwischen "palavern" und Informieren ist auch hier eine enge und man wird nicht jedermanns Geschmack treffen können.

      Die Messlatte für die Vereinsführung wird die nächste Saison sein. In diesem Zeitraum sollten Visionen und Strukturen erklärt, kommuniziert und teilweise schon umgesetzt werden. Vertrauen der Anhänger in die prinzipeille Arbeit des Vorstandes muss gegeben sein, um ein erfolgreiches Arbeiten zu ermöglichen (auch schon um sich nicht bei jeder Entscheidung rechtfertigen zu müssen).

      Die Dankbarkeit für die Rettung des Vereins sollte da sein, das einfordern von Strukturen und Entwicklungen muss aber weiter erlaubt sein. Allerdings sollte auch nicht jede Entscheidung gleich mit der Kartnig Ära verglichen werden. Dies haben sich die Burschen im Vorstand - bei aller Kritik - nicht verdient.
    • @fuer.sturm

      Tolles Posting! :thumb:

      @GazzaII
      Der Vergleich mit Barca hinkt gewaltig.
      jedoch will ich nur meine Aussage untermauern, egal welches Niveau, spielen sollen die Besten egal welchen Alters.

      Ein junger Spieler wird selten gleich auf Anhieb zu den Besten gehören. Wäre ja auch traurig, wenn ein 19-jähriger schon ein fertigerer Spieler wäre, als ein 25-jähriger. Kurzfristig wird oft der erfahrenere die bessere Lösung sein, aber kurzfristig ist eben nicht nachhaltig und kostet meist auch mehr Geld und bringt im Gegenzug wenig bis nichts. Ob immer die Besten spielen ist natürlich Geschmackssache und das Argument, der Trainer wird es nach täglicher Arbeit wohl am Besten wissen ist natürlich nicht von der Hand zu weisen.

      ich glaube kaum, dass wir mit vermehrten Jungendeinsatz aber einem damit verbundenen Platz 5 - 7, den selben Zuschauerschnitt halten könnten wie jetzt (da es eben doch viele "erfolgsabhängige Schönwetterfans" gibt), da ich die letzten Budgetzahlen nicht im Kopf habe, kann ich leider nicht beurteilen wie kalkuliert wurde bzw. wie sich zB im Schnitt 4000 Zuschauer weniger aufs Budget auswirken würde...

      Ich verstehe nicht, wieso man ohne es probiert zu haben immer wieder meint 1-2 junge Spieler mehr im engeren Kreis der Kampfmannschaft (eben wenigstens als erste Back-Ups für 20-30 Minuten Einsätze) würden gleich einen sportlichen Totalabsturz bedeuten. Wie Erich Fuchs schon geschrieben hat, sollte es natürlich der Anspruch von einem Verein wie Sturm in einer mMn eher schwachen Liga sein in 5 Jahren 3-4 Mal einen internationalen Startplatz zu erreichen. Ob dies mit Einkäufen wie Sereinig, Hassler, Ehrenreich oder Bukva (ohne die Spieler abwerten zu wollen bzw. vorzuverurteilen) um soviel leichter und vorallem günstiger erreichbar ist bleibt dahingestellt. Da nehme ich lieber einmal weniger international und dafür langfristig mehr Eigenbauspieler in der Kampfmannschaft etabliert (wie gesagt nicht als Emotionsgründen (wobei man durch verstärkte Identifikation mMn schon mehr Geduld bei vielen Fans erreichen kann), sondern primär weil es günstiger ist und zudem regelmässig Geld bringen sollten - natürlich sind Transfers ala Prödl nur schwer planbar, aber wenn man gut ausbildet und integriert sollte es in regelmässigen Abständen machbar sein. Es ist halt der schwerere Weg, weil er langwieriger (wobei wie gesagt auch der leichte Weg nicht zwingend zu Erfolg führen muss) ist und er sich nicht so leicht verkaufen lässt. Und darin ist unsere jetzige Führung mMn nicht gerade toll. Leider zählt für wohl den Großteil der Fans ausschliesslich der sportliche Erfolg, der natürlich für einen Sportverein das Wichtigste ist (für mich ja auch, aber man muss auch mal für Kompromisse bereit sein, wenn sie langfristig mehr bringen), aber eben nicht ausschliesslich.
    • @FUER

      Danke für das tolle Posting. Wenn nur die Mehrheit so denken würde und es auch dem Präsidenten und Trainer zum denken geben würde...

      Wenn man daran denkt, dass Kröpfl und Tauschmann in der U19 so erfolgreich sind und nicht zum spielen kommen ist es eigentlich schon zum weinen, denn andere österreichische Klubs wären froh solche Spieler einsetzen zu können...
    • @fuer.sturm: Sehe das auch so.

      Irgendwie scheint sich in gewissen Köpfen eingenistet zu haben, dass man praktisch automatisch eine tolle Nachwuchsarbeit hat, die Spieler selbstverständlich zum SK Sturm kommen und bis zu einem lukrativen Transfer bleiben MÜSSEN. Man muss sich nur die Rosinen herauspicken. Osä.

      Tatsächlich dauert alleine der abschließende Feinschliff in der Akademie an die 6 Jahre. Potentielle Kandidaten haben dabei über die Zeit die Auswahl zwischen den verschiedensten Möglichkeiten: Ausbildung bei bester Infrastruktur und Bedingungen bei den Red Bulls dieser Welt, der Aufbau bei einem kleineren Verein mit echter Perspektive dort in die KM zu rutschen, oder auch der Weg des schnellen Geldes in der RL. Solange die Kicker übrigens nicht in der BL verankert sind, sind sie praktisch "frei" und die Ausbildungsentschädigung bestenfalls ein Trostpflaster. Durch eine hinreichende Anzahl von Spielen kostet z.B. ein "ablösefreier" Bukva an die 100.000 €, ein Kröpfl oder Kaufmann jedoch praktisch Peanuts (dazu Handgeld, Spesen, etc).

      Was uns in den letzten Jahren ausgemacht hat, war nicht die wundertolle Infrastruktur in Gössendorf (Messendorf ist hübscher, aber an das "Gratismodell" des GAK im HIB mit Internat&Co kommt das Pendlermodell von Sturm nicht an), sondern die realistische Perspektive für die Jungen in die Erste zu kommen - eine Perspektive die Flügeln verleiht, motiviert. Dass diese Motivation und der Glaube an eine gemeinsame Zukunft bei Bombentransfers a la Sereinig, Scherrer, Hassler, Ehrenreich oder Bukva* bei lächerlichen/nicht vorhandenen Einsatzzeiten für Kröpfl, Kaufmann, Tauschmann, Klem oder Prutsch schwindet, darf nicht verwundern. Wenn dann noch eine recht spezielle Vater/Sohn-Konstellation und vorgelegte "unterschriftsreife" Verträge (lässige HR-Taktik ...) beigesteuert werden, darf man sich wohl nicht ganz ohne Grund "etwas" Sorgen machen.

      Die seinerzeit gewählte Strategie war mmn richtig, weil langfristig finanzierbar. "Gleichwertiger" Ersatz lässt sich mmn die Perspektive "Bank" finanziell abgelten bzw. lässt recht schnell den "Unglücklichen" heraushängen - unter dem Strich "kostet" das dann wohl das Austriabudget, das in etwa 50 % höher als unseres ist. Das wird ja von HR I in unnachahmlicher Art und Weise andererorts "vorgerechnet" - ohne allerdings Schlüsse daraus zu ziehen (sportlicher "ROI" im letzten Jahrzehnt???).

      * Nichts gegen einzelne Personen. Die Menge machts. Ich bin auch durchaus der Meinung, dass auch die Amas die eine oder andere Blutauffrischung auf mittelfristig dünn besetzten Positionen vertragen können. Auch im Nachwuchsbereich muss man Spieler nicht "pragmatisieren". Nur - s.o. - auch diesen muss man eine gewisse Perspektive aufzeigen.
    • fuer.sturm schrieb:

      Wenn man einen sicherlich nicht billigen Manager, der bis jetzt nur bei Vereinen tätig war, wo er für mitteleuropäische Verhältnisse, finanziell aus den "Vollen" schöpfen konnte, engagiert, kann man nicht erwarten, dass der als "glaubwürdig" wahrgenommen wird, wenn er vom "armen" Verein, und daher geringerem Vertragsangebot spricht. Jedenfalls dürfte er aus diesem Grund für einige Vorstandsmitglieder den ersten "Elchtest" in der Verhandlung mit z.B.Weber, nicht bestanden haben. So ein Manager wird auch nie glaubwürdig eine Ausbildungsschiene vertreten können, wenn er Vertragsverhandlungen mit jungen Spielern sausen läßt und dafür in Europa auf Scouting Tour geht.
      Die "vollen Kriegskassen" in den Medien und die Mitteilung von HR an die Mannschaft nach dem Cup-Aus, dass man für die nächste Saison investieren wird, strotzen nicht von "Gläubwürdigkeit" in die Ausbildungsphilosophie.


      erstmals ein Danke für dieses tolle posting, wobei die gesamte Diskussion von allen sehr hochwertig ist und eines zeigt, wie viele Betrachtugsweisen es gibt

      zu dem obengenannten Zitat von @für.sturm > das OK nicht billig ist > ich glaube das ist sehr milde ausgedrückt > sorry, ich glaube OK verdient (bekommt) viel zu viel, wenn man auch noch liest das Vertragsverhandlungen mit jungen Spielern sausen gelassen werden, stimme ich @für.sturm voll zu, das OK zur Ausbildungsschiene nur ein Lippenbekenntnis aggegeben hat

      :sturm:
      nach schmerzlichen Verlust führe und lebe ich deinen Willen hier in diesem Forum weiter - ich denke an dich - dein Freund Sturm Kids
    • Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

      Wenn Baldur im Zusammenhang mit der Leistung von Kaufmann sagt, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so stimme ich Ihm zu. Wenn aber die Schwalben in einem Käfig eingesperrt werden und nur in höchster Not gegen die schwersten Gegner Rapid und Salzburg frei gelassen werden und dann überzeugen, geht mir das Herz auf. Weil damit der Beweis erbracht wird, dass man den Jungen nur eine Chance geben muss, d.h. Vertrauen entgegenbringen muss und sie bedanken es in den meisten Fällen. Damit gibt es auch ein Indiz, dass nicht immer Leistung alleine ausschlaggebend sein muss, um zum Einsatz zu kommen. Bevor ein Junger aus unserer Nachwuchsabteilung zum Zug kommt, müssen natürlich die neu erworbenen Spieler, für die sich Trainer und Manager bei der Verpflichtung gegenüber der Vereinsführung stark gemacht haben, eingesetzt werden. Bei der Austauschpraxis von FF ergibt sich dann der 6. Platz für Sturm in der Einsatzstatistik von U 21 Spielern. Das ist kein Hinweis für einen Ausbildungsverein mehr. Wenn ich mir die Entwicklungen der letzten Monate ansehe, gibt es für mich einige Hinweise, für folgende Strategie: es können max. 2 neue junge Spieler aus unserer Jugendabteilung in der laufenden und nächsten Saison in der Ersten zum Einsatz kommen, weil man mit mehr das Ziel Gruppenphase Europaliga nicht erreichen kann. Diese zwei Spieler stehen seit Monaten fest. Nicht darunter scheinen Kaufmann, Kröpfl und Prutsch zu fallen.

      Es wäre fair und mannhaft, das offen den Spielern zu sagen und nicht wie FF auf laola1.tv von den besten Einsatzchancen für Junge bei Sturm zu "sabbern". Das glaubt ihm schon lange kein Junger mehr, weil seine Handlungen nicht mit seinen Worten übereinstimmen. Auch die jetzigen Initiativen die jungen Spieler bei anderen Vereinen parken zu wollen, sind solange nicht glaubwürdig, solange diese Lösung für bestimmte junge Spieler nicht angedacht wird.

      Somit denkt auch ein Leo Kaufmann mit Recht: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. D.h. ein Einsatz noch keine Karriere bei Sturm. Wenn ich dann im "Grazer" von HR lese, dass die Gehaltsvorstellungen von Kaufmann hoch sind, werde ich wirklich wütend, weil bei Leo Kaufmann das sicher nie eine Frage des Geldes war, sondern der Einsatzmöglichkeiten und des fairen und vertrauensvollen Umganges mit ihm. Gerade ihn jetzt als Abcasher hinstellen zu versuchen, ist eine infame Unterstellung, die bei den anderen jungen und noch jüngeren Spielern seine Spuren hinterlassen wird.

      HR sollte so ehrlich sein und eingestehen, dass er und der damals für die Nachwuchsabteilung zuständige CJ im Herbst des Jahres 2007 mit FF die Weichen für diese Strategieänderung gestellt haben, aus die sie jetzt FF nicht mehr rausläßt.
      fuer.sturm


      "Ein Lebenskünstler ist, wer aus den Steinen, die man ihm in den Weg legt, ein Haus zu bauen vermag."
      Ernst R. Hauschka, dt. Aphoristiker und Lyriker
    • @für.sturm

      Danke für diese Wortmeldung > sehe es genau so wie sie und bin auch der Überzeugung das noch einige Junge Spieler den Weg von Kaufmann folgen werden, da wie sie richtig geschrieben haben, man braucht Einsätze über einen längeren Zeitraum um sich zu beweisen können bzw man sieht erst dann welche Verpflichtungen man tätigen soll, wenn aus dem eigenen STALL nichts nachkommt > ich glaube, wir haben sehr viele Jungs die den Sprung schafffen könnten, aber bei solchen Verpflichtungen wie eines Hassler oder Ehrenreich, werden sich genau diese Jungs fragen: welche Möglichkeiten habe ich hier überhaupt noch

      :sturm:
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    • nachwuchsverein

      tjo.
      so scheint´s zu sein. ein FF will halt doch auch mal sportlich weiterkommen um sich seine chancen auf größere klubs nach der sturm.karierre zu verbessern. eigentlich verständlich.
      auch verständlich ist die reaktion der jungen spieler die "kein licht" sehen.

      das einfachst mittel aus sportlicher sicht ist, ihnen dann mangelnde konstanz oder "wenig weiterentwicklung" vorzuwerfen.
      die frage, ob beides durch spielzeit nicht gefördert werden würde bleibt im raum wie der mief nach einer langen party...

      ...und die debatte um junge spieler mit angeblich-hohen gehaltsvorstellungen kennen wir doch auch schon.
      wenn man etwas "elegant" loswerden will, dann sagt man "viel zu teuer, völlig unrealistisch, kann man nicht verantworten" ...

      und schon sind hilda und franz von der längsseite wieda zufrieden .