Die neuen Ideen des Frank Stronach

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    • @morgenthau:
      [Halte den Nick-Wechsel dennoch für überflüssig und hätte mich durchaus mit einem Comeback im Auswärtsdress anfreunden können.]


      Im Sinne von Icegue, sei`s drum - Du darfst - auch geistig Behinderten konnte bei einem grauenvollen Versuch in England erst nach dem 50 Stromschlag beigebracht werden, bei grün über die Kreuzung zu gehen.

      1)Oh, das tut mir aber leid, hat`s nicht mehr "gestimmt"?

      2)Falsch! Vater und Sohn sind ja Träger verschiedener Vornamen.
      Beim Lesen der, höchst interessanten diversen Freimaurer HP kann man in deren Foren Beiträge Deines, scheinbar augenblicklichen Lieblingsjournalisten "bewundern".

      3)Damit wäre wohl Deine letzte Frage auch beantwortet.

      Aber zurück zum Thema:

      Ich vertrete, die zugegebene primitive Meinung (wobei ja primitiv nicht immer schlecht sein muß, weil eben "einfach"), daß Stronach durch seine Millionen zwei Gruppen extrem verärgert:

      1) Die Gruppe der "wissenschaftlichen" Beamten bzw. Vertragsbediensteten. Wie kann nur ein Mensch, der nicht annähernd den Geist, das Denkvermögen, den Durchblick von einem selbst besitzt, zu diesen Reichtümern gelangen? Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen, dahinter müssen soziale Ausbeutereien, wirtschaftliche Kriminalität, Charakterlosigkeit stehen, anders läßt sich die eigene wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit nicht erklären.

      2) Die Gruppe der Neider. Natürlich kommt Neid auf, wenn man sieht, wieviel ein Mensch mehr hat, als man selber und sich auch noch, ganz nach amerikanischer Art, öffentlich dazu bekennt. Sowas mag Europa nicht und schon gar nicht der Österreicher.


      All jene, die jetzt der Austria den Rücken zudrehen ( das taten sie übrigens auch bei der Schneckerlentlassung) werden spätestens in der CL 2003/04 entweder im ausverkauften Stadion sitzen oder gierig ihr TV-Gerät aufdrehen. Und Violett wird genauso Modefarbe in Österreich werden, wie es Schwarz/Orange war.

      Es ist doch ein Schwachsinn von einer, "nicht aus sich gewachsenen Mannschaft " zu sprechen. Man möge sich nur die Aufstellung von Sturm in den erfolgreichen CL Jahren anschauen, fast alle Spieler wurden "zugekauft". Oder nehmt Arsenal her (@Cathi weiß es sicher besser), auch erst mit dem Einkauf der französischen-holländischen Spieler wurde diese Mannschaft wieder zu einem europäischen Spitzenklub. Und meines Wissens stehen die Fans völlig hinter Arsenal und haben überhaupt keine Probleme sich mit dem Team zu identifizieren.

      Als 2facher Hundebesitzer weiß ich, Hunde die bellen, beißen nicht. Und so wird auch ein Teil des Austriaanhangs durch Leistung zurück zu ihrer Mannschaft finden und letztendlich stolz auf sie sein, genauso, wie wir es auf Sturm gewesen wären, wenn nicht die einmalige Jahrhundertchance vergeben worden wäre, die CL-Millionen zu vermehren. Glaubt mir, so viel Geld hätte Stronach gar nicht aufbringen können, um uns da Parole zu bieten.


    • Solange die Diagnose plausibel ist, erübrigt es sich eigentlich, über die Motive zu spekulieren (auch den Frankie-Fans könnte man diesbezüglich alles Mögliche nachsagen).
      Wie üblich unterstellst Du Dinge, die niemand behauptet hat: "wirtschaftliche Kriminalität", "soziale Ausbeutereien", "Charakterlosigkeit"? Nö, lediglich big business as usual, und das missfällt (dass die drei genannten Phänomene im Alltagsgeschäft eine Rolle spielen können, mag schon sein, tut aber im konkreten Fall nichts zur Sache [wobei die bereits erwähnte VIP-Loge der ganzen Sache schon eine besondere Note gibt]). Vielleicht ist es ja tatsächlich nur hoffnungslos rückwärtsgewandte Nostalgie (mögliches Motiv Nr. 3), den Sport noch immer als einen Bereich anzusehen, in dem nicht alles käuflich sein soll, in dem Wertvorstellungen und Träume überlebt haben, die anderswo schon längst den Bach hinuntergegangen sind.


      (P.S. und außer Konkurrenz: "Diverse Freimaurer HP"? Dies nun würde mich tatsächlich interessieren. Eine würde mir schon reichen.)
    • Vielleicht ist es ja tatsächlich nur hoffnungslos rückwärtsgewandte Nostalgie (mögliches Motiv Nr. 3), den Sport noch immer als einen Bereich anzusehen, in dem nicht alles käuflich sein soll, in dem Wertvorstellungen und Träume überlebt haben, die anderswo schon längst den Bach hinuntergegangen sind.


      @morgenthau:

      Diese Wertvorstellungen haben sich wohl spätestens zu dem Zeitpunkt erledigt, als in den kommunistischen Staaten erkannt wurde, durch sportliche Erfolge Imagepflege betreiben zu können. Wenn auch vorwiegend im "medizinischen Verbesserungsbereich" aktiv, spielte auch dort der finanzielle Hintergrund eine Rolle. Frei nach dem Motto, wer mehr in Dopingforschung steckt, erzielt größere sportliche Erfolge.

      Skisport ist in Wahrheit (wir Österreicher sind natürlich ausgenommen) auch eine fade Geschichte, weil eben keine andere Nation nur annähernd die Mittelchen zur Verfügung hat, um unseren Helden Parole zu bieten. Vereinzelte Ausnahmekönner erklären maximal, warum auch Real hin und wieder verliert. Ob Formel1, Radsport, Ballsportarten, Leichtathletik, oder was auch immer, die Spitzenklasse ist automatisch mit den vorhandenen finanziellen Möglichkeiten verbunden.

      Eine Ausnahme sehe ich max. im Schachsport, wobei man dabei aber über Sport oder Spiel diskutieren sollte.

      So schade es auch sein mag, gerade ein Stronach wird den letzten Zweiflern zeigen, auch oder gerade im Sport ist vieles bis alles "käuflich" und die Wertigkeit eines Talentes tritt in den Schatten der finanziellen Möglichkeiten.

      Natürlich gebe ich Dir recht, daß diese Entwicklung nicht schön ist, aber was bringt es zurückzublicken, die augenblickliche Situation bzw. Markt ist eben so und will man nicht untergehen, gilt es nicht Vergangenem nachzutrauern, sondern möglichst rasch neue Quellen zu erschließen oder einfach aufzugeben.
    • Darauf können wir uns absolut einigen, und wer sich weiter für Spitzensport begeistern will, wird mit der Kommerzialisierung, auch in Stronach'schen Dimensionen, leben müssen.
      Endgültig problematisch wird es aber dann, wenn ein gewisses Maß an wirtschaftlich-sportlicher Dominanz überschritten wird - habe heute z.B. mit Interesse gelesen, dass die Formel1-Granden alles unternehmen wollen, um Ferrari zu stoppen, weil die fortwährenden Schumi-Solos niemanden mehr interessieren (der Herren-Abfahrtslauf ist übrigens tatsächlich auch ein ganz gutes Beispiel für eine Sportart, die unter der zunehmenden Ungleichheit leidet, auch wenn uns hier die patriotischen Freuden den Blick ein wenig verstellen). Ob die österreichische Bundesliga ebenfalls so enden wird, werden wir in zwei Jahren wissen.
    • Widerspruch, eher vorsichtig

      Original von HP.Schwarz
      Ich vertrete, die zugegebene primitive Meinung (wobei ja primitiv nicht immer schlecht sein muß, weil eben "einfach"), daß Stronach durch seine Millionen zwei Gruppen extrem verärgert:

      1) Die Gruppe der "wissenschaftlichen" Beamten bzw. Vertragsbediensteten. Wie kann nur ein Mensch, der nicht annähernd den Geist, das Denkvermögen, den Durchblick von einem selbst besitzt, zu diesen Reichtümern gelangen? ......

      2) Die Gruppe der Neider.


      Weiß momentan selbst nicht, od Du Dich GRUNDSÄTZLICH irrst, in dieser Frage -
      oder ob bloß ein paar Beifügungen nötig sind, um Deine Analyse: "Was paßt uns an Stronach nicht?" perfekter zu gestalten.
      Das wäre einmal:
      A) das Doktrinäre einer marktwissenschaftlichen Philosophie. Diese vermeint, auch für andere Bereiche (Sport) Weissagungen treffen zu können:
      sie hat ihre eigene Natur noch nicht genügend durchforstet.- Die freie Marktwirtschaft hat ihre Limitation höchtens andeutungsweise erkannt.
      Diese Filosofie ist freilich so irrwitzig, was ihre Zuständigkeit anlangt, daß tatsächlich irgendwelche in Waggons eingepferchte Hühner, mit der "einfachen=primitiven" Gedankenwelt vertraut, trotz Bedrängnis zu kichern beginnen werden.
      (Warum? vielleicht aus Gründen einer genetischen Mutation heraus, durch welche eine aristotelisches Relikt, ein Gen gewissermaßen, in die animalische Gefängniswelt eindringt)
      B) Neid, da könntest Du freilich recht haben. Neid & Bewunderung sind wie die zwei Seiten einer Münze.
      C) das fragwürdige Moment einer Identität ist längst schon aufgehoben.
      Hab ich was dagegen? - zum Teil, ja!
      D) Bewunderung dieser den Erfolg zwingenden Kunst:... verrate mir, warum die große Zeit des Wanderzirkus vorbei ist? Da sahst du Leute am werk, die großartigere Dinge vorführten, als die unsrigen oder andere Fußball-Stars je in der Lage sind. - Nein, hab mich geirrt:
      genau auf diesem Punkt sind wir.

      Resümee: die Beziehung zu dieser Sportart hat sich gewandelt, die Lust des Betrachters zur Identifikation mit sich selbst oder einem "Star" ist nicht mehr gegeben. Die vorgeführte Leistung ist beziehingslos zu den Fähigkeiten des Betrachters, - ja richtig: absurd. Er steht mit offenem Mund in der Arena, trinkt zwischendurch ein Puntigamer -
      und gibt sich begeistert, dann wieder distanzlos, in ereifernder Emotionalität
      ungeniert eine Blöße.

      Ein Zirkus mit aufgefädelten Lemuren.
      (Werd mir auch künftig von der weiteren Entwicklung Berichte zukommen lassen)
      mfg
    • @ligrant:

      verrate mir, warum die große Zeit des Wanderzirkus vorbei ist? Da sahst du Leute am werk, die großartigere Dinge vorführten, als die unsrigen oder andere Fußball-Stars je in der Lage sind.


      Ganz einfach: weil sich die Medienlandschaft verändert hat. Zur Zeit der Wanderzirkuse sah man in einer Tageszeitung ein Bild, das animierte, das den Wunsch auslöste dies auch zu sehen. Durch die Vielfalt der öffentlichen und privaten Sender erlebt der Zuseher nun das Beste, Gefährlichste, Spannenste direkt vom Sofa aus. Der Wanderzirkus ist nur ein billiger Abklatsch von bereits Gesehenem und Erlebtem.

      Und warum kommen jetzt 13.000 Burgenländer ins Pappelstadion, die alle bereits Real im Fernsehen geigen sahen? Weil Mattersburg ihre Mannschaft ist, ihr Team, dem sie helfen wollen, mit dem sie sich identifizieren. Das ist eben Fußball und wird es immer sein, ob jetzt 11 Nichtmattersburger den Fan erfreuen oder nur "Einheimische" den Ball vergewaltigen, es geht um Mattersburg.
      Was sich natürlich schnellsten ändern wird müssen, ist die Lernfaulheit der Spieler bei der neuen Sprache. Lange wird der Fan nicht mehr brauchen, um zu erkennen, daß es sinnlos ist, einen Spieler anzufeuern, weil er eh nichts versteht. Und damit wäre das Identifizieren mit der Mannschaft wohl vorbei. Wäre doch schön, wenn ein Masudi in Deutsch seinen Fans einmal Danke sagen könnte.

      Genausowenig ,wie ein echter Fan seine absteigende Mannschaft verläßt, wird dieser Fan sich bei einer "Aufrüstung" vom Verein verabschieden. Laß die Austria einmal gegen (zB) Werder Bremen aufsteigen - Schoko ist vergessen - Daum der neue Liebling - und Stronach auch der mediale Held. Ich sehe jetzt schon die Schlagzeilen:"Stronach mag vielleicht manchem hart erscheinen, aber nur so ist das österreichische Wunder möglich geworden".

      BTW: Sollte dies wirklich so eintreffen, erkläre ich mich jederzeit gerne bereit, gegen einen kleinen Kostenbeitrag Euch die persönliche Zukunft zu verraten! ;)