27. Runde: SK Sturm Graz - Wolfsberger AC 4:0 (3:0)

    • 27. Runde: SK Sturm Graz - Wolfsberger AC 4:0 (3:0)

      Trotz weniger Ballbesitz, schlechterer Zweikampf- und Passquote ein verdienter Sieg.
      Das Umschaltspiel, vor allem auf und über die Flügel, bekamen die Wolfsberger, wie schon in den bisherigen Duellen in dieser Saison, nicht in den Griff.
      Sturm spielte wie eine Auswärtsmannschaft, durch die Torfolge dieses Mal sehr erfolgreich.
      Auch wenn mich die Spielweise nicht vom Sitz haut, so bekommt man als Fan in letzter Zeit sehr spektakuläre, teils wirklich traumhafte Tore zu sehen. Artik's Sonntagsschuss in den Winkel war mehr als sehenswert und der Heber von Schmerböck verdient fast das Prädikat "Weltklasse".

      Wenn Wernitznig in der 3. Minute den Kopfball versenkt oder Topcagic zum Ausgleich trifft, verläuft die Partie vielleicht ganz anders, aber Gratzei zeigte wieder einmal seine Stärke auf der Linie mit tollen Reflexen. Er zeigte aber auch seine Schwäche bei hohen Bällen im Strafraum, dieses Mal zum Glück ohne Folgen, und auch bei seinen Ausschüssen, die gefühlt zu 50% im Seitenout landen.
      Apropos hohe Bälle im Strafraum, auch in diesem Spiel hat sich die Anfälligkeit der Abwehr wieder deutlich gezeigt. Während Spendlhofer insgesamt ein gute Partie machte, ist es immer wieder Schulz, dem haarsträubende Stellungsfehler unterlaufen und der oft einfach zu spät kommt. Von einem Spieler mit seiner Vita und Erfahrung muss da einfach mehr kommen. Anstatt die Abwehr zu stabilisieren, sorgt er immer wieder für Verunsicherung und Chaos im Strafraum. Allein deshalb ist es schon mehr als fragwürdig, dass man mit Schoissengeyr wohl nicht verlängern wird.
      Gegen Salzburg ist Schulz gelb-gesperrt und es wird wohl Piesinger in die IV rücken.
      Um so bitterer für Lovric, der bis zu seiner Verletzung eine sehr ordentliche Partie gespielt hat, wäre im Verbund mit Jeggo im DM mehr als nur eine Alternative. Ich bin mir aber sicher, dass wir ihn nächstes Jahr nicht mehr im Sturmdress sehen werden.

      Zum Gegner fällt mir vor allem Joachim Standfest ein. 500 Bundesligaspiele sind schon eine Hausnummer. Sympathisch, bodenständig, sehr professionelle Einstellung, das verdient höchsten Respekt und ich hoffe, dass der "Jockl" noch so fit bleibt, dass er noch ein Jahr anhängen kann.
      Der Kommentar von Foda auf Sky war vor allem durch den Seitenhieb auf Gludovatz/Houben so notwendig wie ein Kropf, unterstreicht aber einmal mehr den wahren Charakter des Mainzers.

      Insgesamt doch noch ein versöhnlicher Abschluss des 3. Meisterschaftsviertels, trotzdem sind 12 Punkte aus 9 Spielen für einen Herbstmeister ganz klar zu wenig. Während eine historische Heimpleitenserie noch verhindert wurde, gab es 2017 für Foda in der Fremde nichts zu holen und das Mattersburg, St. Pölten und Admira. Der letzte Auswärtssieg war das 3:0 in Ried im Dezember und wenn man auf die Auslosung im letzten Meisterschaftsviertel schaut, wo man gegen Salzburg, Austria, Rapid und Altach auswärts antreten muss, so hält sich die Erwartungshaltung auf eine deutliche Steigerung ganz klar in Grenzen.
      Platz 2 noch in Reichweite, Platz 3 möglich, Platz 4 realistisch. Hoffe aber, dass der dann nicht wieder als Erfolg verkauft wird, nicht nach dem Saisonstart mit dem Punktevorsprung, nicht nachdem Altach Trainer und Topspieler verloren hat, nicht nach dem historischen Rapid-Ast in der Saison.