Günter Kreissl ist neuer Geschäftsführer Sport

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    • Bis Ende April muss Kreissl zweigleisig fahren, ab Mai ist er bei Sturm und von Wiener Neustadt freigestellt.
      Eine Episode beschreibt den Jubilar recht gut. Als der Schreiber dieser Zeilen einmal ein Sturm-Training vorzeitig verlassen musste, klingelte eine Stunde später das Handy. "Ich hab gesehen, dass du bei unserem Training warst. Ich wollte dir nur sagen, dass sich danach noch ein Spieler verletzt hat." Korrekt ist Fodas zweiter Vorname...
      Burghard Enzinger über Franco Foda.
    • Steher schrieb:

      Bis Ende April muss Kreissl zweigleisig fahren, ab Mai ist er bei Sturm und von Wiener Neustadt freigestellt.
      Das ist eigentlich ein guter Kompromiss. Finde es Top von Neustadt ihn bereits mit 1.Mai freizustellen.
      Spannend finde ich die Idee mit der Kooperation, natürlich nur, wenn man diese gut ausverhandelt. Der Sprung Rwegionalliga/Bundesliga ist schon sehr groß. In Neustadt könnten, sofern sie die Lizenz kriegen, unsere jungen sich in einer höheren Liga beweisen.

      "Werte kann man nur durch Veränderung bewahren"
      Richard Löwenthal
    • Kreissl also fix.
      Wieso wusste dass die Krone nur bereits letzte Woche?
      Auch wenn ich es gut finde, dass so mancher Genereller bei der Auswahl nicht involviert war (um ein Schötteldilemma zu verhindern???), ist es doch eigenartig, dass der Hofnarr es als erstes "wusste".

      Nichts desto trotz, eine gute Wahl. Ein Arbeiter mit menschlichem Gespür. Ob sich diese Mischung jedoch gut zwischen Foda und Goldbrich einordnet? Man muss abwarten, welche und ob er Rückendeckung erhält. Synergieeffekte in Neustadt dürften entstehen, vielleicht wechselt Schopp ja dorthin ab Sommer? Zusätzlich Kooperationsspieler Marke Ehrenreich, Lovric, Jeggo ( :schuettel:) oder nochmal Klaric?

      Bei vielem heißts abwarten. Die ersten großen Hürden warten bereits jetzt bei entsprechenden Verlängerungen - oder eben auch nicht.
      Zeit muss er bekommen, ich hoffe nur, dass die Wahl nicht deshalb so viel (obwohl man sich Zeit lassen wollte), weil es einfach die günstigste Variable war...

      Jedenfalls willkommen in Graz - und viel Glück. :thumb:
      Legenden sterben nie
    • Insgesamt ein sehr guter Tag für den SK Sturm. Nicht nur wurde ein, wie vielerorts beschrieben, kompetenter Mann für den sportlichen Bereich geholt (den Beweis muss er für mich erst antreten, Bewertung weder positiv noch negativ), viel wichtiger, endlich wurde offiziell von Herrn Jauk die Rückkehr zum 4-Augenprinzip von 2012 bestätigt. Das brüchige Gebäude wurde geschliffen und ein neues Fundament gegossen. Jetzt wird es nicht zuletzt am Präsident liegen den neuen Geschäftsführer dementsprechend den Rücken freizuhalten damit dieser in den nächsten Monaten wichtige und richtige Entscheidungen treffen kann.

      Das Präsidium selbst wird zusätzlich noch andere Aufgaben haben, denn für andere Personen sehe ich ehrlich gesagt keine große Zukunft mehr. Der degradierte, jetzt sogar offiziell "non GM", Goldbrich, kann seine Zurückstufung noch so sehr weglächeln und von einer Erleichterung sprechen, am Ende des Tages gibt es keinen Menschen der in seiner Situation noch glücklich wäre.
      Eine Episode beschreibt den Jubilar recht gut. Als der Schreiber dieser Zeilen einmal ein Sturm-Training vorzeitig verlassen musste, klingelte eine Stunde später das Handy. "Ich hab gesehen, dass du bei unserem Training warst. Ich wollte dir nur sagen, dass sich danach noch ein Spieler verletzt hat." Korrekt ist Fodas zweiter Vorname...
      Burghard Enzinger über Franco Foda.
    • Günter Kreissl ist neuer Geschäftsführer Sport

      Denke das ist einen eigenen Thread wert. Bin mal gespannt, hoffe er ist kein Ja-Sager, kann sich gegen Foda durchsetzen und wird den Vorschusslorbeeren gerecht. Bin ja gespannt wie die Medien mit ihm verfahren. Solange Foda weiterhin machen darf was er will (was ich nicht hoffe) dürfte er halbwegs seine Ruhe haben.
    • ich bin der Wahl zufrieden - kein Stallgeruch :thumb:
      bezüglich Einschätzung seiner Person schließe ich mich @BN an
      herzlich willkommen und viel Erfolg bei der Umsetzung der selbst gesteckten Ziele
      nach schmerzlichen Verlust führe und lebe ich deinen Willen hier in diesem Forum weiter - ich denke an dich - dein Freund Sturm Kids
    • Die Präsentation in der PK ist jedenfalls gelungen. Kreissl wirkt sehr motiviert, engagiert und ist rhetorisch sehr gut. Wir können glaube ich schon froh sein, so einen Mann ab sofort an Bord zu haben.

      Schade, dass man ihn nicht bereits im Winter verpflichten konnte, so könnte man kadermäßig gesehen bereits jetzt im Sommer einen größeren Umbruch vollstrecken. So hat Kreissl jetzt aber relativ wenig Überblick über den Kader und den Stärken und Schwächen der Spieler. Heißt also, er muss quasi den Meinungen von Foda und Goldbrich vertrauen und wird schlussendlich Offenbacher, Klem, Stankovic, usw. verlängern. Muss man aus seiner Sicht auch verstehen, wieso sollte er sich jetzt zu Beginn auch querlegen?

      Wie er richtig gesagt hat, in der ersten Saison ist er mehr oder minder der Beobachter und kann dann im Sommer 2017 seine Visionen umsetzen.

      Ich freue mich darauf :thumb:
      "Wer kämpft, kann verlieren. Wer erst gar nicht kämpft, hat schon verloren"
    • FLuRL schrieb:

      Schade, dass man ihn nicht bereits im Winter verpflichten konnte, so könnte man kadermäßig gesehen bereits jetzt im Sommer einen größeren Umbruch vollstrecken. So hat Kreissl jetzt aber relativ wenig Überblick über den Kader und den Stärken und Schwächen der Spieler.
      :thumb:
      da wäre ich mir nicht so sicher ;) ;)
      nach schmerzlichen Verlust führe und lebe ich deinen Willen hier in diesem Forum weiter - ich denke an dich - dein Freund Sturm Kids
    • Kreissl: "Es ist extrem reizvoll"

      "Die Möglichkeit, die ich hier bekomme, ist extrem reizvoll und herausfordernd", freut sich Günter Kreissl über seinen neuen Job als Geschäftsführer Sport beim SK Sturm Graz.

      Der 41-Jährige erklärt weiter: "Ich blicke sehr positiv in die Zukunft. Ziel muss es sein, dass all die, denen Sturm am Herzen liegt, möglichst oft glücklich sein können."

      Über die bevorstehende Arbeit mit Trainer Franco Foda sagt er: "Ich habe ein sehr gutes Gefühl, was die Chemie zwischen uns betrifft."

      "Ich gehe mit der Energie des Trainers"

      Morgen, Mittwoch, steht für den neuen Mann das erste längere Gespräch mit dem Trainer der Grazer an. Was die Kaderplanung betrifft, will er den Deutschen aber auf jeden Fall von Beginn an einbinden: "Ich gehe immer mit der Energie des Trainers. Die Meinung des Trainers ist mir ganz wichtig. Ich glaube daran, dass der Spieler das spürt, wenn der Trainer auf dich setzt."

      In Sachen Kaderplanung sei er "am aktuellsten Stand der Dinge". Seitdem die Steirer zum ersten Mal Interesse an seiner Person bekundet hätten, habe er sich die Spiele der Steirer "sehr genau angesehen". Noch am Dienstag-Abend wird Kreissl beim Regionalliga-Spiel der Amateure in Lafnitz zugegen sein. Eine kuriose Anekdote erzählt Kreissl vom vergangenen Heimspiel der Grazer Talente gegen BW Linz. Dort wurde ein SCWN-Auto gesichtet. "Ich habe gehört, dass hat für Irritationen gesorgt. Das war aber ein Scout, der das Spiel beobachtet hat, nicht ich", lacht der Badener.

      "Ich bin ein Spieler-Freund"

      Bei der Mannschaft hat sich Kreissl am Dienstag bereits vorgestellt. Mit Marko Stankovic und Martin Ehrenreich hat er sogar noch gemeinsam beim DSV Leoben gespielt. "Ich bin extrem freundlich aufgenommen worden", freut er sich. So soll es auch bleiben: "Ich arbeite gerne auf einer sehr freundschaftlichen Basis. Ich bin von meinem Grund-Zugang ein Spieler-Freund, kann aber auch sehr kritisch sein. Es macht mich glücklich, dass es keinen Spieler gibt, mit dem ich kein gutes Einvernehmen habe. Wenn mir das hier auch gelingt, wäre das menschlich ein sehr großer Erfolg."

      Auch zu den Fans will der Ex-Goalie freilich ein gutes Verhältnis pflegen: "Ich bin jemand, der jeder Gruppe, jedem Menschen die Hand hinstreckt." Zu den aktuellen Verstimmungen zwischen Anhängerschaft und Verein will Kreissl bei seiner Präsentation indes nichts sagen: "Ich kenne die Hintergründe noch nicht genug, muss erst einen besseren Einblick gekommen."

      Goldbrich nicht mehr General Manager

      Das Dienstverhältnis mit den Grazern ist übrigens unbefristet, wobei laut Klausel zumindest zwei Jahre Zusammenarbeit fixiert wurden. Kreissls Familie wird weiterhin in Baden leben, er selbst sucht eine Wohnung in Graz: "Der Job ist zu herausfordernd, um täglich zu pendeln. Der grundsätzliche Plan ist es, unter der Woche da zu sein, aber jederzeit auch die Möglichkeit zu haben, nach Hause zur Familie zu fahren."

      Sein Nebenmann, Gerhard Goldbrich, ist indes ab sofort Geschäftsführer Wirtschaft, weil sich seine Vorgängerin Daniela Friedl von diesem Posten zurückzieht - sie ist Mutter geworden und arbeitet künftig halbtags im Bereich Sponsoring und Marketing. Goldbrich wirkt erleichtert, nicht mehr General Manager zu sein: "Das ist für mich auch ein Zeichen, Verantwortung abgeben zu dürfen."

      Seinem neuen Kollegen richtet er aus: "Wir sind in der Kaderplanung sehr, sehr gut vorbereitet. Du wirst und kannst getrost mit voller Kraft einen coolen Job angehen."

      Kreissls fußballromantische Ader

      Klub-Präsident Christian Jauk fordert von Beginn an Teamgeist: "Es ist ein Geschäftsführer-Team! Man kann nur gemeinsam Ziele erreichen." Die Agenden von Kreissl und Goldbrich würden sich "überschneiden". Außerdem verrät Jauk: "Foda war nicht in den einzelnen Gesprächen anwesend, aber wir haben ihn immer und rechtzeitig über den Prozess informiert. Er war professionell, zurückhaltend und sehr korrekt."

      Franco Foda selbst sagt über Günter Kreissl: "Ich kann ihn noch nicht wirklich beurteilen, weil ich ihn nur aus der Ferne kenne. Aber ich kenne seinen Weg, den er in Neustadt bestritten hat in den letzten Jahren. Ich kann mir noch kein Urteil über seine Person erlauben. Wir haben einmal telefoniert und werden in den nächsten Tagen Dinge besprechen."

      Jauks Wünsche an seinen neuen Mann: "Mir gefällt besonders gut, dass er in Wiener Neustadt gelernt hat, aus wenig mehr zu machen. Das wünschen wir uns auch. Außerdem hat er gelernt, mit jungen Spielern umzugehen." Nachsatz: "Nachdem er von keinem großen Verein kommt, ist die Erwartungshaltung vielleicht niedriger als sonst, die Chance, zu überraschen, umso höher."

      Kreissl ist jedenfalls voller Tatendrang: "Ich habe als Person verschiedene Facetten, es gibt auch eine fußballromantische Ader in mir. Die positive Energie hat mich bei Sturm immer fasziniert und elektrisiert. Wenn es bei Sturm rennt, geht die Post ab."
      Quelle: laola1.at

      Wieso wird eigentlich Foda zu seinem neuen Chef befragt? Man wird sehen, wie im Artikel darunter mehrfach betont dürfte er schon was drauf haben (Goldbrich hat jedenfalls nicht viel vorgelegt), nur befürchte ich halt es wird sich mit Goldbrich und Foda nicht viel ändern. Hoffe mich zu irren und bei Sturm ist endlich der GF Sport auch der Chef vom Trainer und nicht umgekehrt...

      Vom Tormanntrainer zum Tausendsassa

      Kein Stallgeruch, keine außergewöhnliche Vita als Aktiver, keine große Lobby. Dass Günter Kreissl trotzdem Geschäftsführer Sport beim SK Sturm wird, ist eine kleine Sensation.

      Der ehemalige Tormanntrainer hat in den vergangenen Jahren einen spannenden Weg beschritten und sich einen ausgezeichneten Ruf erworben.

      „Er passt ganz sicher zu Sturm. Das ist ein Arbeiterverein, ein eher einfacher Verein. Er wird sehr viele Sturm-Fans ansprechen“, ist sich WAC-Coach Heimo Pfeifenberger sicher.

      Der Salzburger hat zweieinhalb Jahre gemeinsam mit Kreissl beim SC Wiener Neustadt gearbeitet.

      Zunächst war Kreissl als Teil des Trainerteams für die Goalies zuständig, danach hat er eine erstaunliche Wandlung vollzogen. Frank Stronach hatte dem Verein die Magna-Millionen und seine Liebe entzogen, der Klub stand vor einer ungewissen Zukunft. Einst mit Europacup-Ambitionen ausgestattet, war der SCWN zum notorischen Abstiegskandidaten geworden.

      "Er ist einer, der hackelt"

      Unruhige Zeiten, auch im Backoffice. Anfang November 2012 übernahm Kreissl das Zepter, wurde plötzlich zum wichtigsten Mann im Verein. Sport- und PR-Manager war die offizielle Bezeichnung, die er trug. Sein Aufgabenbereich: strategische Planung, Kaderplanung, Abwicklung der Transfers, Ausbau des Scoutingbereichs, Ansprechpartner für Medien und diverse Partner. Der Blondschopf machte im Alleingang jene Arbeit, für die bei größeren Klubs fünf bis sechs Personen auf der Gehaltsliste stehen.

      „Er hat Struktur in den Verein gebracht, hat mit großem Engagement und bescheidensten Mitteln alles aufgebaut. Er kann aus sehr wenig sehr viel rausholen“, erinnert sich Pfeifenberger. Austrias Akademieleiter Ralf Muhr sagt: „Er ist einer, der hackelt, er ist sich für nichts zu schade.“ So hat ihn auch Stürmer Thomas Pichlmann während seiner Zeit beim SCWN erlebt: „Der Tag könnte für ihn noch länger dauern, er würde die zusätzlichen Stunden auch noch in den Fußball investieren.“

      Der mittlerweile 41-Jährige war innerhalb weniger Wochen vom Tormanntrainer zum Tausendsassa geworden. Hier ein Transfer, dort eine Vertragsverlängerung, dazwischen eine selbstverfasste Presseaussendung und das Einbringen seiner Ideen beim Marketing.

      2002, zehn Jahre nach seiner Matura in Wien-Erdberg, hatte Kreissl die Sportmanagement-Akademie der österreichischen Bundesliga mit Auszeichnung abgeschlossen. Von 2003 bis 2011 konzentrierte er sich auf den Erwerb diverser Trainer-Lizenzen – er hat die UEFA-A-Lizenz und das Tormanntrainer-Diplom des ÖFB. Bei all seinen Ausbildungen galt er stets als Musterschüler.

      "Er war ein Nervenbündel"

      Der Eindruck entsteht, dass Kreissl immer etwas nachholen wollte. Pichlmann erzählt: „Er hat einmal zu mir gesagt: ‚Als Spieler hatte ich oft im richtigen Moment nicht die richtigen Nerven. All die Dinge, die ich als Spieler erleben wollte, will ich jetzt als Manager erleben.‘ Das lebt er jeden Tag.“

      Der Tormann Günter Kreissl ist nämlich nicht viel mehr als eine Randnotiz in den Statistikbüchern. „Als Spieler war er ein Nervenbündel. Damals hat er zu viel nachgedacht. Als Manager hat er aber genau mit dieser Tugend Erfolg“, sagt Pichlmann. Der Angreifer hat gemeinsam mit dem 41-Jährigen bei dessen letzten Profi-Stationen Vienna und DSV Leoben gespielt.

      Begonnen hat Kreissl mit sieben Jahren bei der Austria, hat dort den gesamten Nachwuchs durchlaufen und stand mit langen, blonden Haaren zwischen den Pfosten, drei Mal auch für die ÖFB-U21.

      Doch beim FAK wollte der Durchbruch zunächst nicht klappen, er wurde an Stockerau, Himberg und die Admira, wo er im März 1997 sein Bundesliga-Debüt feierte, verliehen. Zurück bei den Veilchen gab es kein Vorbeikommen an Wolfgang Knaller. Zwischen 1997 und 2000 kam der Keeper nur auf 20 Pflichtspiele.

      Anschließend ging es zur Vienna, wo Kreissl den Abstieg in die Regionalliga verkraften musste, und nach Leoben. Er war anders als die meisten Goalies dieser Zeit. Das hat auch Pichlmann in Erinnerung: „Ich war damals ein ganz junger Spieler, er hatte schon viel Erfahrung gesammelt. Ich war menschlich sofort sehr angetan von ihm. Er war nicht der typische Tormann, der regelmäßig einen Aushänger hatte und queruliert hat. Er war immer sehr menschlich und hilfsbereit.“

      "Sein Umgang mit Menschen hat mich immer fasziniert"

      Schon in Leoben arbeitete Kreissl nebenbei als Tormanntrainer im Nachwuchs, ab 2003 war er in der Stronach-Akademie angestellt und auch Teil des Trainerteams der Austria Amateure. Robert Almer, Heinz Lindner und Jörg Siebenhandl zählten zu seinen Schützlingen. „Er hat nicht nur fußballspezifisch, sondern auch im mentalen Bereich immer toll mit den Jungen gearbeitet“, sagt Muhr, damals Kreissls Chef.

      Dass sein ehemaliger Kollege mittlerweile den Job des Managers ausübt, überrascht ihn nicht. Er findet jedoch: „Er hätte sicher auch als Tormanntrainer seinen Weg machen können. Ich hätte ihm eine Rolle wie Hans Leitert auf jeden Fall zugetraut.“ Leitert ist seit 2010 Leiter der Torwartabteilung bei Red Bull, war davor unter anderem bei Tottenham und Panathinaikos engagiert.

      Muhr lobt Kreissl weit über seine sportliche Qualifikation hinaus: „Er ist ein hochintelligenter Bursche mit einer hohen Sozialkompetenz. Mich hat sein Umgang mit Menschen immer fasziniert.“ Bei den Aufnahmeverfahren für die Stronach-Akademie hat Kreissl immer die Station „Sozialkompetenz“ betreut. Er hat mit den jungen Burschen Gespräche abseits des Fußballs geführt, um ihre Charaktere einschätzen zu können.

      Pfeifenberger hat den 41-Jährigen einige Jahre später genauso erlebt: „Er hört dir zu, wenn du mit ihm sprichst. Das ist eine große Gabe. Er gibt dir immer das Gefühl, dass er dich ernst nimmt. Wenn es sein muss, ist er kritisch, aber trotzdem sehr positiv. Er spricht Dinge konsequent an, pusht im nächsten Augenblick seinen Gesprächspartner aber auch wieder. Er hat eine künstlerische Ader. So ist er auch in der Kommunikation. Er findet sehr oft die richtigen Worte für die jeweilige Situation.“

      "Er schaut über den Tellerrand"

      Schon als Tormanntrainer hat Kreissl beim SCWN diese Qualität einbringen können. „Als er noch Tormanntrainer war, habe ich ihn immer wieder darum gebeten, auch zur Mannschaft zu sprechen. Er hat sich da immer coole Geschichten überlegt. Er spricht sehr viel in Bildern“, berichtet Pfeifenberger.

      Tatsächlich ist die Eloquenz und Direktheit Kreissls in Gesprächen offenkundig. Bei Interviews kann der Rotstift in der Tasche bleiben, der Vater eines Sohnes und einer Tochter ist kein Phrasendrescher, Floskeln erspart er sich. Auch abseits des Fußballs hat der Badener viele Interessen, er ist leidenschaftlicher NFL-Fan und hat zu tagesaktuellen Themen fundierte Meinungen. „Er schaut über den Tellerrand, ist für viele Dinge offen“, sagt Muhr.

      Pfeifenberger verrät: „Musik ist seine ganz große Leidenschaft. Er hat auch Lieder geschrieben.“ Das berichtet auch Pichlmann: „Er ist ein Musikfreak. Als wir bei Leoben waren, haben wir eine Fahrgemeinschaft gebildet, da hatte er immer neue Playlists dabei.“

      "Ein harter Verhandlungsführer"

      In Wiener Neustadt hat Kreissl indes in seinen ersten eineinhalb Jahren als Manager immer dasselbe alte Lied gehört. Der SCWN galt als Abstiegskandidat Nummer eins. Doch unter seiner Führung wurden die Niederösterreicher 2013 Siebenter und 2014 Achter, ehe sie 2015 dann doch in die Erste Liga mussten.

      Obwohl die Gehälter, die der Klub bezahlt hat, denkbar gering waren, konnte Kreissl immer wieder einen schlagkräftigen Kader zusammenstellen. Pichlmann: „Ja, er ist ein harter Verhandlungsführer. Aber das musste er in Wiener Neustadt ja auch sein. Er musste immer andere Reize setzen als die finanziellen. Er weiß, wie man verhandelt, damit er die Spieler, die er will, bekommt.“

      „Es greifen andere Sachen. Jeder, der von uns weggeht, wird dir erzählen, dass wir ein extrem seriös geführter, hochprofessionell arbeitender Klub mit hoher Zahlungsmoral und einem sehr soliden Gesamtauftritt sind. Wir haben uns einen positiven Ruf aufgebaut – damit punkten wir“, erklärte Kreissl einmal.

      Dass der SCWN immer wieder interessante, junge Kicker aus unteren Ligen verpflichten konnte, war kein Zufall. Der Ex-Tormann hat ein Scouting-Netzwerk aufgebaut, das aller Ehren wert ist. Nicht zuletzt deshalb, weil er immer die richtigen Leute um sich geschart hat. „Er hat in seinen Trainer- und Scoutingstab immer Leute geholt, von denen er wusste, dass sie menschlich in Ordnung sind“, weiß Muhr. Als Beispiele seien die beiden ehemaligen Stronach-Akademiker Andreas Schicker, aktuell spielender Co-Trainer, und Thomas Raser, so etwas wie Kreissls persönlicher Assistent, genannt.

      Vertrauen ist überhaupt ein Schlüssel zu Kreissls Erfolg. „Er handelt immer in Absprache mit dem Trainer. Es ist nie etwas geheim geblieben. Wenn er das Vertrauen zu einem Trainerteam hat, ist die Kommunikation total offen“, sagt Pfeifenberger.

      "Das Sturm-Umfeld wird positiver werden"

      In der aktuellen Saison hat sich Kreissls Rolle noch einmal verändert. Noch am Tag des Abstiegs hat er bis um 3 Uhr in der Früh gearbeitet. Als Manager nach englischem Vorbild – er überlässt seinen Co-Trainern die tägliche Arbeit, überwacht aber die Trainings und sitzt bei den Spielen als Chefbetreuer auf der Bank – ist ein weiterer Job hinzugekommen.

      Trotz etwas holprigem Start hat sich der SCWN, auch in der Ersten Liga als ganz heißer Abstiegskandidat gehandelt, längst aller sportlicher Sorgen entledigt. Dabei hätte im Winter alles ganz anders kommen können. Der ÖFB wollte Kreissl als Tormanntrainer-Nachfolger für den zur Austria abgewanderten Franz Wohlfahrt, handelte sich aber eine Absage ein.

      Beim Angebot des SK Sturm wurde Kreissl aber nun schwach. Für Pfeifenberger haben die Grazer eine gute Wahl getroffen: „Das Umfeld wird sicher positiver werden. Wenn das Umfeld nicht mitzieht, geht er wieder – da ist er sehr konsequent.“

      Pichlmann sieht es nicht anders: „Sturm muss notgedrungen jene Philosophie, die er jahrelang verkörpert hat, fahren. Sturm sagt, dass es finanziell nicht auf Rosen gebettet ist und junge Spieler wichtig sind. Mit Kreissl kommt ein Mann, der schon unter Beweis gestellt hat, dass er mit dieser Philosophie Erfolg haben kann.“

      Muhr findet indes warnende Worte: „Die Skepsis der Legenden und Ex-Spieler im Umfeld wird schwierig sein.“ Es wäre nicht das erste Mal, dass der Tausendsassa die Skeptiker überzeugt.
      Quelle: laola1.at
    • Gerade Goldbrich beim Interview vor dem Rapid-Spiel auf die Frage wer jetzt bei Sturm sportlich entscheidet sinngemäß: Wenn Kreissl & Foda einverstanden sind wird er unterschreiben. Wieso muss Foda immer einverstanden sein?

      Das Entscheidungen bezüglich Spielermaterial gemeinsam mit dem Trainer getroffen werden sollten ist klar, habe halt das Gefühl es wird kein 4, sondern 6-Augen-Prinzip in dem Goldbrich & Foda zur Not fürchte ich entscheiden werden - hoffe es kommt anders. Bin ja schon gespannt ob und wenn ja wann Foda verlängert wird...
    • Naja, egal ob der Trainer jetzt Foda oder Mourinho heißt, natürlich muss der Trainer einen Transfer oder eine Verlängerung auch wollen, sonst macht das ja überhaupt keinen Sinn. Dementsprechend sehe ich daran jetzt nicht verkehrtes und Kreissl hat auch bei dieser Reportage betont nicht als Marionette nach Graz zu kommen. Und irgendwie habe ich bei ihm schon das Gefühl dass er ansonsten nicht lange dableiben würde.

      Spannender finde ich da schon die Fragen an Goldbrich bzgl. seiner Person, wie ich sie auch bereits gestellt habe: Was ist die Zukunft von Herrn Goldbrich? Ich sage wie gesagt nur: wer lässt sich schon gerne dermaßen entmachten? Ich kenne keine Manager in Führungsebenen, die bei einer solchen Zurückstufung vom "big boss" zum gleichberechtigten Entscheider mitgespielt hätten. Die Leiter hinaufzusteigen ist normal, hinabzusteigen aber nicht, da trennt man sich für gewöhnlich.
      Eine Episode beschreibt den Jubilar recht gut. Als der Schreiber dieser Zeilen einmal ein Sturm-Training vorzeitig verlassen musste, klingelte eine Stunde später das Handy. "Ich hab gesehen, dass du bei unserem Training warst. Ich wollte dir nur sagen, dass sich danach noch ein Spieler verletzt hat." Korrekt ist Fodas zweiter Vorname...
      Burghard Enzinger über Franco Foda.
    • Zumindest hat Kreissl bei seinem Amtsantritt bereits mehr Erfahrung in dieser Rolle gesammelt als das damals bei Goldbrich der Fall war, das ist schon einmal positiv.

      Ob sich Kreissl auf lange Sicht auch gegen Foda als dessen Vorgesetzter durchsetzen kann wird spannend. Bislang konnte sich ja niemand gegen den "Besser kann man auswärts nicht spielen"-Trainer behaupten.
    • Kleine:
      Die Spieler geben sich die Klinke in die Hand. Verhandlungs-Zwischenstände werden von Kreissl naturgemäß nicht kommuniziert. Der Wiener sagt nur: „Es gibt noch keine Abschlüsse. Die Selbsteinschätzung von Spielern stimmt nicht immer überein mit der Einschätzung der sportlichen Leitung.“ Heißt: Es gibt noch viel zu tun.
      Bravo Herr Kreissl, wahre Worte! :bravo:
      Eine Episode beschreibt den Jubilar recht gut. Als der Schreiber dieser Zeilen einmal ein Sturm-Training vorzeitig verlassen musste, klingelte eine Stunde später das Handy. "Ich hab gesehen, dass du bei unserem Training warst. Ich wollte dir nur sagen, dass sich danach noch ein Spieler verletzt hat." Korrekt ist Fodas zweiter Vorname...
      Burghard Enzinger über Franco Foda.