Wettskandale in Österreich

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    • Wettskandale in Österreich

      Heute am frühen Nachmittag erschütterte eine Nachricht ganz Fußball-Österreich: Grödig-Verteidiger Dominique Taboga sagte am Montag bei der Polizei aus, er werde von der Wettmafia erpresst. Unter drei Verhafteten, die bei einer Geldübergabe festgenommen wurden, soll sich außerdem der Ex-Nationalspieler Sanel Kuljic, zuletzt in Kapfenberg tätig, befinden.

      Bereits im April verdichteten sich Spekulationen um eine Manipulation der Partie Grödig gegen Kapfenberg, da in Asien erstaunlich hohe Summen auf das Spiel gewettet wurden, doch die Ermittlungen in Österreich blieben ergebnislos. Nun steht diese Begegnung erneut im Visier. “Dominique Taboga hat uns am Montagvormittag um ein Gespräch gebeten und uns darin eröffnet, dass er wegen Spielmanipulationen erpresst wird. Danach ging der Spieler auf eigenen Wunsch zur Polizei”, so Grödig-Präsident Christian Haas in einer ersten Aussage gegenüber Laola1.at.

      In einer ersten gemeinsamen Stellungnahme der Bundesliga und des ÖFB sichern die beiden jeweiligen Präsidenten den Behörden vollste Unterstützung zu. „Sollten Verfehlungen begangen worden sein, werden die zuständigen Verbandsgremien umgehend entsprechende Verfahren einleiten. Überdies werden wir die Behörden bei ihren Ermittlungstätigkeiten vorbehaltlos unterstützen, um die Integrität unseres Sports zu bewahren“, so Bundesliga-Präsident Ing. Hans Rinner.

      „Wir haben höchstes Interesse an einer raschen und restlosen Aufklärung des Sachverhalts, da Spielmanipulation eine der größten Gefahren im Fußballsport darstellt. Allfällige Vergehen müssen hart bestraft werden“, erklärt ÖFB-Präsident Dr. Leo Windtner.
      Quelle: sturm12.at

      :hair: :schuettel:

      Grödig-Profi von Wettmafia erpresst: Kuljic verhaftet!

      Der österreichischen Bundesliga und dem heimischen Sport droht ein Wettskandal ungeahnten Ausmaßes!

      Grödig-Profi Dominique Taboga erstattete am Montag Anzeige, weil er von der Wettmafia erpresst wurde.

      Er habe sich geweigert, ein Spiel zu manipulieren und hätte wegen des entgangenen Gewinns angeblich 70.000 Euro zahlen sollen.

      Kuljic bei Geldübergabe verhaftet

      Bereits am Dienstag kam es laut "Krone" im Zuge einer Geldübergabe zu ersten Verhaftungen.

      Dabei wurden offenbar drei Personen festgenommen.

      Einer der Verdächtigen soll Ex-Teamspieler Sanel Kuljic sein, der seine Karriere 2012 aufgrund einer Verletzung beenden musste.

      Die anderen beiden sollen keine Fußballer sein. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

      Handy abgedreht

      Taboga war für LAOLA1 vorerst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

      Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat ein Ermittlungsverfahren wegen Erpressung eingeleitet.

      "Die drei verdächtigen Personen befinden sich derzeit in polizeilicher Verwahrungshaft, sie sind noch nicht in die Justizanstalt Salzburg überstellt worden. Die Vernehmungen sind noch nicht abgeschlossen", erklärte Staatsanwalt Marcus Neher.

      Grödig-Manager Christian Haas bestätigte im Gespräch mit LAOLA1 die Vorwürfe.

      Auf eigenen Wunsch zur Polizei

      "Dominique Taboga hat uns am Montagvormittag um ein Gespräch gebeten und uns darin eröffnet, dass er wegen Spielmanipulationen erpresst wird", so Haas.

      Danach ging der Verteidiger "auf eigenen Wunsch" zur Polizei. Am Dienstag fand eine weitere Einvernahme mit dem Wiener statt.

      Taboga wurde vom SV Grödig bis zur Aufklärung der Vorwürfe freigestellt. "Ich bin schockiert, richtig schockiert", fehlen Haas in seiner ersten Reaktion die Worte.

      "Wir müssen jetzt abwarten, was die Ermittlungen ergeben, dann schauen wir weiter!"

      Schon einmal Auffälligkeiten

      Grödig, Kapfenberg, Spielmanipulationen - da war doch schon einmal was.

      Anfang April diesen Jahres gewannen die "Falken" im Salzburger Vorort überraschend mit 1:0.

      Britische Analysten stellten bereits zu Spielbeginn verdächtige Bewegungen bei Live-Wetten auf dem asiatischen Markt fest.

      "Das Spiel sieht für jeden Kenner der Szene eindeutig gefixt aus, da gibt es keinen Raum für Zweideutigkeiten", erklärte damals Felix Wagner vom Analyse-Unternehmen "SmartOdds" gegenüber "ballverliebt.eu".

      Einige Wettbörsen in Asien haben die Partie daraufhin sogar aus dem Programm genommen.

      Der ÖFB nahm die Ermittlungen auf, diese blieben aber ohne Ergebnis.
      Quelle: laola1.at

      Kuljic: Tiefer Fall mit Landung am Gefängnisboden

      Der heimische Fußball wird von einem Wettskandal erschüttert!

      Im Mittelpunkt steht dabei auch Aufsteiger SV Grödig, der bislang nur sportlich für Schlagzeilen sorgte.

      Und jetzt findet sich der Dorf-Klub in einem wahren Krimi wieder, gespickt mit Wettbetrug, Erpressung, Drohung und einem Einsatz des Polizei-Sonderkommandos „Cobra“.

      Die Namen der beiden Hauptdarsteller sind keine unbekannten: Grödig-Verteidiger Dominique Taboga und Ex-Nationalspieler Sanel Kuljic, die bei Kapfenberg für ein halbes Jahr Teamkollegen waren.

      Zweiterer wurde am Dienstag verhaftet, weil er Ersteren erpresst haben soll.

      Bereits 87.000 Euro gezahlt

      Am Montag bat Taboga die Vereinsführung des SV Grödig um ein vertrauliches Gespräch.

      Dabei teilte er Manager Christian Haas mit, dass er im Zusammenhang mit Spielmanipulationen von Kuljic und einem gebürtigen Tschetschenen erpresst werde.

      Es gilt für alle Genannten die Unschuldsvermutung.

      Die „Krone“ zitiert den Verteidiger aus einem internen Polizei-Protokoll: Er sollte Matches durch sein Spielverhalten manipulieren und laufend Geldbeträge an die Erpresser zahlen. Andernfalls hätte das „schwere Folgen“ für ihn und seine Familie. Und seine Karriere könnte ein „jähes Ende“ finden.

      Der 31-Jährige, der für LAOLA1 vorerst für keine Stellungnahme erreichbar war, sei unter Waffengewalt gezwungen worden, auf Video eine zurückliegende Spielmanipulation zu gestehen und soll bislang zwischen 70.000 und 87.000 Euro an die Erpresser gezahlt haben.

      Verhaftung durch "Cobra"-Einheit

      Am Dienstagvormittag klickten dann nach einer weiteren Vernehmung von Taboga auf dem Parkplatz eines Salzburger Einkaufszentrums die Handschellen.

      Die Elite-Einheit „Cobra“ nahm Kuljic, Sulim D. und einen weiteren Verdächtigen fest, die weitere 3.000 Euro von Taboga in Empfang nehmen wollten.

      Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat ein Ermittlungsverfahren wegen Erpressung eingeleitet.

      „Die drei verdächtigen Personen befinden sich derzeit in polizeilicher Verwahrungshaft, sie sind noch nicht in die Justizanstalt Salzburg überstellt worden, da die Vernehmungen noch nicht abgeschlossen sind“, so Staatsanwalt Marcus Neher am Dienstagnachmittag.

      Abwarten und hoffen

      Grödig-Manager Haas zeigte sich in einer ersten Reaktion gegenüber LAOLA1 von den Vorwürfen „schockiert“, konnte und wollte aufgrund des laufenden Verfahrens aber nicht viel mehr sagen.

      „Wir müssen jetzt einmal abwarten, was die Einvernahmen und Ermittlungen ergeben. Hoffentlich klärt sich dann der gesamte Sachverhalt bald auf.“

      Taboga ist jedenfalls vorerst freigestellt, darf nicht zur Mannschaft „bis das alles restlos geklärt ist.“

      Wirtschaftliche Probleme

      Zu dieser Aufklärung kann auch und vor allem Sanel Kuljic beitragen, der seine Karriere nach einem Kreuzbandriss im Vorjahr im Frühjahr 2013 beendet hatte.

      Für seinen langjährigen Manager Frank Schreier kam die Nachricht von der Verhaftung seines ehemaligen Schützlings durch LAOLA1 überraschend.

      Der Salzburger Spielerberater fiel aber nicht aus allen Wolken, denn: „Es war in der Vergangenheit offensichtlich, dass Sanel wirtschaftliche Probleme hatte.“

      "Das böse Erwachen"

      Wie viele andere Profis auch, so Schreier, hat es auch der ehemalige Torschützenkönig verabsäumt, sich ein zweites Standbein neben dem Sport zu schaffen.

      Gerüchte, dass Kuljic dem Glücksspiel nicht abgeneigt sei, gab es schon zu seinen aktiven Zeiten.

      „Wenn dann die Karriere vorbei ist, kommt oft das böse Erwachen. Weil das Leben als Fußballer hat mit dem realen Leben nicht viel gemeinsam.“

      Der Fall Kuljic ist mit dem Absturz ins Kriminelle und der harten Landung am Gefängnisboden für Schreier „ein Extrem-Beispiel“, aber: „Seine gesamte Karriere stand unter keinem guten Stern.“
      Welche Auswirkungen der Wettskandal, der bereits europaweit thematisiert wird, auf den Ruf des österreichischen Fußballs hat, mag Schreier nicht absehen.
      „Eine wilde Geschichte! Erschütternd! Normalerweise gibt es diese Probleme im unterklassigen Fußball oder im Ostblock, aber das zeigt schon, wie groß die Not sein muss.“

      Schulung bei den BL-Klubs

      Für Severin Moritzer von der Initiative „Play Fair Code“, die vom Sportministerium, dem ÖFB und der Bundesliga getragen wird, sind Spielmanipulationen auch hierzulande „ein Faktum“ und „die größte Bedrohung im Sport“, wie er im Gespräch mit LAOLA1 betont.

      Aber gerade Österreich sei vorbildlich bei den Aktivitäten für die Bekämpfung von Match-Fixing.

      Mit einem speziellen Schulungsprogramm hat man alle 20 Vereine der Bundesliga und Ersten Liga besucht und vor allem mit den Spielern gearbeitet.

      Glaubwürdigkeit in Gefahr

      „Wir können aber nur eine Bewusstseinsbildung schaffen und aufzeigen, welche Konsequenzen eine Spielmanipulation für einen Spieler hat.“

      Denn diese, so Moritzer, betrifft nicht nur die Mitspieler und den Verein, sondern auch Sponsoren, die durch die Negativ-Berichterstattung das Interesse am Fußball verlieren und natürlich die Fans, die sich betrogen fühlen.

      „Wenn die Glaubwürdigkeit verloren geht, hat der ganze Sport ein großes Problem.“

      ÖFB und Bundesliga melden sich

      Mit ordentlich Verspätung meldeten sich am späten Dienstagnachmittag auch der Österreichische Fußball-Bund und die Bundesliga via Aussendung zu Wort.

      Die Präsidenten Leo Windtner und Hans Rinner sicherten den ermittelnden Behörden - wie schon in der Vergangenheit auch - vollste Kooperation zu.

      "Wir haben höchstes Interesse an einer raschen und restlosen Aufklärung des Sachverhalts, da Spielmanipulationen eine der größten Gefahren im Fußball darstellen. Allfällige Vergehen müssen hart bestraft werden", fordert Windtner.
      Quelle: laola1.at
    • Würde es nicht ganz als Wendung bezeichnen, da Taboga sicher nicht ganz unschuldig ist:
      Rudert Dominique Taboga zurück?

      Im Zuge des Wettskandals deutet sich eine mögliche Wendung an.

      Die "Salzburger Nachrichten" wissen aus dem zuständigen Gericht, dass der Grödig-Verteidiger am Mittwoch andere Angaben machte, als noch am Dienstag. "Er ist offenbar zurückgerudert", wird eine Quelle zitiert. Das Blatt mutmaßt weiter, dass Taboga in diesem Fall nicht nur Opfer sein könnte.

      Weiters befindet sich einer der verhafteten Tschetschenen wieder auf freiem Fuß. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
      Quelle:laola1.at

      "Werte kann man nur durch Veränderung bewahren"
      Richard Löwenthal
    • Natürlich ist er nicht unschuldig, wie viele andere sicher auch nicht :mad:
      Manipulation: Zahlreiche Clubs im Visier

      Nach der angeblichen Erpressung beim Salzburger Bundesligisten Grödig ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Graz - und zwar gleich gegen neun aktive Spieler. Sie stehen im Verdacht, Spiele manipuliert zu haben, um in Wettbüros Geld zu machen.

      Das Thema Spielmanipulationen im Fußball ist wieder in den Schlagzeilen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Graz sind umfangreich: Neben den neun aktiven Fußballern gibt es 14 weitere Personen, die ebenfalls in Spielmanipulationen verwickelt sein sollen.

      Zahlreiche Vereine betroffen
      Betroffen sind zahlreiche Vereine aus der Bundesliga und der ersten Liga, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher: „FC Lustenau, St. Pölten, Admira Wacker, TSV Hartberg, mehrmals Kapfenberg, Rapid auch, dann Magna Wiener Neustadt mehrmals, Austria Wien, Vienna, Blauweiß Linz. Das sind die Mannschaften. Also erste, zweite Liga.“

      Debatte: Wie sauber ist Österreichs Fußball?

      Nur Majstorovic gab Manipulation zu
      Der frühere Kapfenberg-Spieler Mario Majstorovic ist der Einzige, der in den Vernehmungen eine Spielmanipulation zugegeben hat. Ob gegen ihn Anklage erhoben wird, steht noch nicht fest. Alle anderen Spieler streiten jede Beteiligung ab. Ob und wie viele Anklagen es insgesamt geben wird, soll in den nächsten Wochen entschieden werden.

      Bacher sieht keinen Zusammenhang mit Grödig
      Der Fall Taboga, der am Dienstag in Grödig bekanntwurde, steht mit den steirischen Ermittlungen nicht in Zusammenhang. Der Name Taboga tauche in den steirischen Ermittlungen nicht auf: „Nach meiner Information hat es in unserem Fall nie Drohungen oder Waffengewalt oder sonst etwas gegeben. Taboga ist auch in unserem Verfahren nie Thema gewesen als Beschuldigter, als Person, als Spieler, der da irgendwie involviert gewesen wäre.“

      Der Grödig-Profi Dominique Taboga hatte sich laut der Salzburger Staatsanwaltschaft geweigert, ein Spiel zu manipulieren und war daraufhin offenbar erpresst worden - mehr dazu in Taboga „zu Geldübergaben gezwungen“ (sport.ORF.at).

      Verfahren bleiben oft ergebnislos
      Wie schwierig Spielmanipulationen nachzuweisen sind, zeigt auch die Tatsache, dass Verfahren aus Mangel an Beweisen immer wieder eingestellt werden. 2006 etwa wurden der damalige Sturm-Trainer Mischa Petrovic und der Spieler Bojan Filipovic verdächtigt, bei Spielmanipulationen beteiligt gewesen zu sein. Auch dieses Verfahren wurde ohne Ergebnis eingestellt.
      steiermark.orf.at/news/stories/2614561/
    • Kulijc-Anwalt: Keine Erpressung

      Franz Essl, der Anwalt von Sanel Kuljic, ist im Zusammenhang mit der angeblichen Erpressung von Dominique Taboga von der Unschuld seines Mandanten überzeugt.

      "Er hat ihn (Anm.: Taboga) nicht erpresst und er hat mit Wett-Betrug nichts zu tun", erklärt der Salzburger Anwalt, der gemeinsam mit Rudolf Mayer Kuljic vertritt, der "APA".

      Kuljic habe Taboga nur ein Darlehen über 65.000 Euro für Einrichtungs-Gegenstände gewährt. Dieses zahlte Taboga aber nur sehr schleppend zurück.
      Quelle: laola1.at
      Taboga relativiert seine Aussagen

      Im mutmaßlichen Erpressungs-Skandal im österreichischen Fußball hat das angebliche Opfer Dominique Taboga, Profi beim Bundesligisten SV Grödig, in seiner zweiten Vernehmung am Dienstag seine Aussage relativiert.

      Er habe insgesamt nicht über 70.000 Euro an seine Erpresser ausgehändigt, sondern "einen Betrag etwas unter 30.000 Euro", hieß es seitens der Staatsanwaltschaft Salzburg.

      Taboga habe in seiner Aussage ein bisschen zurückgerudert, erklärte Marcus Neher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, am Mittwoch. Der von dem Bundesliga-Spieler genannte Erpressungsbetrag liegt nun weit unter der bisher angegebenen Summe.

      Einer wieder auf freiem Fuß

      Eine von insgesamt drei Personen, die gestern in Anif bei Salzburg festgenommen wurden, ist mittlerweile wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

      Es soll sich dabei um Zelinhan S. handeln. Die zwei anderen, Ex-Teamspieler Sanel Kuljic sowie Sulim D., befinden sich noch in Polizeigewahrsam.

      Für diese beiden Personen sei nun eine Überstellung in die Justizanstalt Salzburg angeordnet worden, erklärte Neher.
      Kuljic rechtfertigt sich

      Sobald die Festgenommenen in der Justizanstalt eingetroffen sind, stellt die Staatsanwaltschaft im Regelfall bei Gericht einen Antrag auf Untersuchungshaft.

      Sanel Kuljic und Sulim D. haben sich zum Vorwurf der Erpressung bisher offenbar nicht geständig gezeigt.

      Die Beschuldigten-Vernehmungen bei der Polizei sind vorerst abgeschlossen.

      Kuljic soll sich vor der Polizei offenbar damit gerechtfertigt haben, dass ihm Taboga noch Geld schulde. Die beiden Profis hatten im Frühjahr 2012 zusammen ein halbes Jahr in der höchsten Spielklasse für Kapfenberg gespielt.

      Grund für die Geldübergabe?

      Die Schulden seien auch Kuljic' Erklärung für die Geldübergabe am Dienstag auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in Anif gewesen, sagte Neher.

      Die Übergabe war geplatzt: Taboga war am Montag zur Polizei gegangen und hatte eine Anzeige eingebracht. Die Eliteeinheit Cobra nahm die zwei mutmaßlichen Erpresser fest.

      Taboga gab vor Polizisten an, er habe sich geweigert, ein Spiel zu manipulieren und habe wegen des entgangenen Gewinns unter Androhung von Gewalt gegen sich und seine Familie das Geld seinen Erpressern übergeben.

      Ob er weiterhin von den Ermittlern als Opfer angesehen wird oder ob er in dem Strafverfahren doch noch als Beschuldigter geführt wird, war vorerst nicht bekannt.
      Quelle: laola1.at

      SV Grödig zieht im Fall Taboga die Reißleine

      Der mutmaßliche Erpressungs-Skandal um Dominique Taboga spitzt sich immer mehr zu.

      Bei einer Pressekonferenz des SV Grödig am Donnerstagnachmittag gibt Sportchef Christian Haas die Vertragsauflösung mit dem 31-jährigen Abwehrspieler bekannt.

      "Drei Spieler des jetzigen Kaders haben mir mitgeteilt, dass sie von Taboga angesprochen wurden, dass sie Spiele manipulieren sollen."

      Somit sahen die Salzburger keinen anderen Ausweg mehr, als die Reißleine zu ziehen.

      "Daher waren wir gezwungen, den Vertrag aufzulösen. Manipulationen hat es aber keine gegeben."

      "Darüber bin ich sehr stolz"

      Dieser Meinung ist Haas, nachdem ihm die betroffenen Spieler dies zugesichert haben.

      "Alle betreffenden Spieler haben mir bestätigt, dass es nie zu Manipulationen gekommen ist - darüber bin ich sehr stolz."

      Wie Taboga bestätigt haben soll, soll er mit insgesamt vier Spielern über die Möglichkeit der Manipulation gesprochen haben.

      "Sie haben das Ganze nicht ernst genommen und haben das für einen Scherz von Taboga gehalten. Es ist sicher zu keinen Manipulationen gekommen", sagt Haas, der keine Namen nennen will.

      Gezielt sollte ein Spiel im vergangenen Winter beeinflusst werden, als die Grödiger noch in der Ersten Liga aktiv war. Um welches Spiel es sich genau handelte, wollte der Manager nicht verraten.

      ÖFB und Bundesliga beziehen Stellung

      Die Bundesliga und der ÖFB wurden bereits am Vormittag von der Aufforderung Tabogas an Mitspieler in Kenntnis gesetzt.

      Von der Bundesliga wurden umgehend die entsprechenden verbandsrechtlichen Schritte gesetzt.

      In einer ersten Stellungnahme heißt es:

      "Diese Bestätigung der versuchten Spielmanipulation ist im höchsten Maße zu verurteilen und gehört mit aller Entschlossenheit bekämpft. ÖFB und ÖFBL haben schon im Sommer 2012 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport den Verein PlayFairCode gegründet um präventive Maßnahmen gegen Spielmanipulation zu setzen. Wenn durch die Aufklärungsarbeit des Vereins die aktive Teilnahme von Spielern verhindert wird, so ist das für mich ein erster wichtiger Teilerfolg im Kampf gegen diese kriminellen Machenschaften“, so Bundesliga-Präsident Ing. Hans Rinner.

      Ruhe wird nicht so schnell einkehren

      Grödig-Manager Haas wird hingegen mit einer Aussage wohl nicht recht behalten.

      "Taboga ist nicht mehr Spieler von Grödig, hoffentlich kommen wir nun wieder langsam zur Ruhe und können uns wieder aufs Sportliche konzentrieren."

      Denn noch gilt es einiges aufzuklären. Zumindest ist er der Meinung, dass das Thema schon früher geklärt werden hätte können.

      "Im Nachhinein wäre es natürlich besser gewesen, schon im letzten Winter auszupacken."

      Von Tabogas finanziellen Problemen gewusst

      Die Personalie Taboga stimmt ihn traurig und enttäuscht.

      "Wir haben gewusst, dass Taboga finanzielle Probleme gehabt hat. Aber von Manipulationen haben wir nichts mitbekommen. Ich bin sehr enttäuscht. Taboga war ein absoluter Führungsspieler bei uns, das ist jetzt keine einfache Situation."

      Die Mannschaft wird erst einmal über die Vorgänge informiert, muss sich aber nach der Länderspielpause wieder auf das Wesentliche konzentrieren, auch wenn Haas meint: "Das Team ist schwer schockiert."
      Quelle: laola1.at

      Taboga: Absichtliche Elferfouls?

      Ein Bericht der "Salzburger Nachrichten" bringt neue Details rund um den Manipulations-Skandal ans Tageslicht.

      Wegen angeblicher Schulden scheint Dominique Taboga bei Sanel Kuljic so unter Druck gestanden zu sein, dass er von sich aus angeboten haben soll, Elfmeterfouls zu verursachen. Mit dem Wettgewinn hätten die Schulden dann zum Teil beglichen werden sollen.

      Dieser Verdacht stützt sich auf die Angaben von Sulim D., der am Dienstag gemeinsam mit Kuljic festgenommen wurde.
      Quelle: laola1.at

      :schuettel: :schuettel: Meine Emotionen für vorallem den österreichischen Fußball sind schon länger so gut wie nicht mehr vorhanden, sowas trägt natürlich auch dazu bei, mich immer weniger dafür zu interessieren...
    • laola1.at/de/fussball/bundesli…page/70660-32-48---7.html

      Aufgrund des aktuellen Dauerthemas Wettbetrug setzt der SK Sturm auf Prävention.

      Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, arbeiten die Blackies ab sofort mit Rudolf Stinner zusammen, der sich seit 2005 unter anderem als Ermittler des Landeskriminalamtes Graz mit Wettbetrug im Fußball beschäftigt. Stinner soll Sturm vor möglichen Transfers beraten und Agenturen durchleuchten.

      "Wir machen alles erdenklich Mögliche, damit wir Manipulation ausschließen können", so Generalmanager Gerhard Goldbrich


      So was nenne ich vorbildlich.
      „Es sind aber auch ein paar dabei, die großartig nach außen sagen, sie tun eh alles, aber in Wirklichkeit ist nichts dahinter" Markus Schopp

      „Mit denen geht es keinen Millimeter weiter“ Markus Schopp
    • Den Threadtitel könnte man abändern...

      Ich hoffe dass man die ganzen B-VIP Leuchten Lamprech, Kuljic, Taboga und die, die in den kommenden Tagen und Wochen noch kommen (festhalten) niemehr auf einer Bühne sieht, maximal bei "Leben hinter Gittern"...da würde sich Taboga eh blendend machen...es zählt natürlich die Unschuldsvermutung, blabla.
      Legenden sterben nie
    • 12 Meter
      Prävention gefragt

      Der Wettskandal rund um Dominique Taboga und Sanel Kuljic zieht immer weitere Kreise. Trotzdem stecken von der Ligaspitze abwärts die meisten den Kopf in den Sand. Fakten will man sehen, anstatt präventiv tätig zu werden. Sturm setzt als bisher einziger Verein ein Zeichen.

      Der Wettskandal ist leider das Thema der Stunde in Fußballösterreich. Nachdem von mehreren Seiten zunächst noch versucht wurde, das Thema klein zu halten, hat es sich mittlerweile wohl zu einer handfesten Kriminalgeschichte ausgewachsen. Bundesliga-Präsident und Sturm-Aufsichtsrat Hans Rinner hat am Sonntag in “Talk & Tore” noch davon gesprochen, dass das Ganze wohl nicht so dramatisch werden würde, wie viele glauben. Da hätte er wohl besser nichts gesagt, der Herr Präsident, auch wenn er heute bei einer Pressekonferenz natürlich “nichts klein reden will“.

      Was am Ende herauskommt, wird man sehen. Dass das Ausmaß aber durchaus dramatisch ist, scheint jedenfalls festzustehen. Sich dem Thema offensiv zu stellen ist der Liga Sache ohnehin nicht. Auch Georg Pangl war im großen Sturm12.at-Interview letzte Woche sehr defensiv und stellte mehr oder weniger in den Raum, das letzte Mal sei auch nicht viel herausgekommen. Auch nach den neuesten Erkenntnissen gestern bleibt Pangl im ORF beim “Konjunktiv“. Und überhaupt wolle er einmal informiert werden von der Staatsanwaltschaft. Schon klar, auch die Notwendigkeit von Fakten für verbandsrechtliche Verfahren von Seiten der Liga ist verständlich. Dass die Justiz aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht immer gleich alle informieren kann, sollte ebenso klar sein. Und da geht es darum, ob Leute in den Häfen gehen, um einen handfesten Kriminalfall, da ist das Verfahren der Liga wohl zweitrangig, bei allem Verständnis.

      Pangl will seine Klubs beschützen, sagt er, sie würden an den Pranger gestellt. Beschützen müsste er allerdings seine jungen Spieler in der Liga, die Installation des Play Fair Codes ist zwar ein erster Schritt, das alles steckt aber noch am Anfang und in den Kinderschuhen. Gestern in der ZIB 2 erdreistete sich auch noch der Anwalt von Sanel Kuljic, Rudolf Mayer, pauschal zu verkünden, die jungen Profis würden so viel Geld verdienen und da müsste man ansetzen und sie während der Karriere in eine Art Pensionsfond einzahlen lassen, damit sie nicht auf blöde Gedanken kämen und nach der sportlichen Laufbahn ein Startkapital hätten. Eine Idee, der auch Pangl etwas abgewinnen kann, übrigens. Abgesehen davon, dass das eine ziemliche Bevormundung wäre, könnte sich Herr Mayer einmal die Mühe machen und sich das Gehaltsniveau von Jungprofis in Österreich ansehen. Es würde sich ihm ein Bild zeigen, von einer Schar junger Kicker, die jede Woche weit weg von sehr viel Geld auf den Rasen läuft.

      Bei Klubs wie Wiener Neustadt spielen teilweise Leute, die verdienen ein Fixum von gerade einmal etwas über 1.000 Euro. Die Mär vom reichen Fußballprofi mag in anderen Ligen gelten, hierzulande gilt sie nicht. Mit ein Grund, warum bei uns auch die oberste Spielklasse von Manipulation betroffen ist. In Deutschland oder England, wo gänzlich andere Summen verdient werden, besteht nachvollziehbarerweise weniger Bedarf nach Zuverdienst. Dort beginnt der Wettbetrug erst ein paar Klassen weiter unten. In der Ö-Bundesliga ist der Fußball ein bisschen das Abbild der gesellschaftlichen Realität. Einige wenige verdienen wirklich viel, viele verdienen gut, immer mehr allerdings sind sehr prekär unterwegs. Und wie im echten Leben greifen einige zu, bei der Chance aufs vermeintlich leicht verdiente, schnelle Geld. Hier muss man ansetzen, schon im Jugendbereich. Prävention ist die einzige Möglichkeit, das Kriminelle an sich, die so genannte Wettmafia, wird man nicht von der Landkarte bekommen.

      Die Initiative des SK Sturm, sich hier Hilfe von außen zu holen, ist deshalb einmal grundsätzlich zu begrüßen. Mit Rudolf Stinner berät ab sofort ein Mann den Verein, der seit Jahren Erfahrung als Ermittler zu diesem Thema hat. Die Schwarz-Weißen sind somit der erste Verein in der Liga, der in dieser Causa pro-aktiv vorgeht und zumindest ein Zeichen setzt. Gerhard Goldbrich bezeichnet diese Maßnahme auch explizit als eine präventive. Gegenüber SKY sagt er vor dem Ried-Match:“Wir haben Rudolf Stinner nicht nur geholt, um unsere Spieler zu screenen, sondern, um unseren Spieler zu helfen, sie zu schützen. Von dubiosen Leuten werden viele Fallen gestellt. In Spielmanipulation wird man sukzessive hineingezogen und auf diese Fallen sollen die Spieler aufmerksam gemacht werden.” Es bleibt zu hoffen, dass sie greift und vor allem Vorbild für die anderen wird, viel zu sehr wird beim Thema Wettbetrug der Kopf in den Sand gesteckt und abgewiegelt. In der Hoffnung, dass man nur nicht selbst betroffen ist und die meisten Ermittlungen eh wieder im Sand verlaufen. Diese Geisteshaltung wird leider auch von der Ligaspitze vorgelebt.
      Quelle: sturm12.at
    • @BlackNemesis

      Extra für dich :engel: :
      Wettmanipulation im Fußball
      "Wir haben keine Angst, wir gehen in die Offensive"

      Sturm Graz kämpft gegen Wettmanipulationen, und zwar präventiv. Helfen soll das Unternehmen Indexxdata, das mögliche Neuzugänge durchleuchtet und den Wettmarkt im Auge behält. Dem aktuellen Kader wird bis auf Weiteres das Vertrauen geschenkt.

      Februar 2013. Europol, die Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union, gab den bislang größten Wettskandal der Fußballwelt bekannt. Von “Manipulation auf nie dagewesenem Niveau” sprach Rob Wainwright, Direktor der Europol, damals. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Staatsanwaltschaft Graz bereits ein Verfahren wegen Betrugs und Geldwäscherei anhängig. Die Ermittlungen begannen 2010, unter Manipulationsverdacht stehen Spiele im Zeitraum 2009 bis 2011. Dieses Verfahren bekam vor wenigen Wochen Zuwachs in Salzburg: Dominique Taboga und Sanel Kuljic in U-Haft, geschobene Spiele zwischen 2004 und 2013, dazu 30 Verdächtige. Eine Katastrophe für den österreichischen Fußballsport. Bereits im Februar forderte Klaus Federmair, Redakteur beim Fußballmagazin Ballesterer, beim Gespräch mit Sturm12.at Prävention. Sein Ruf scheint, spät aber doch, erhört. Sturm Graz reagierte auf die aktuellen Ereignisse und will künftig aktiv gegen Wettmanipulation und Spielbetrug vorgehen.

      Sturm in der Vorreiterrolle
      “Vom aktuellen Kader scheint im Moment niemand betroffen zu sein”, erklärt Generalmanager Gerhard Goldbrich gegenüber Sturm12.at. Und damit das auch so bleibt, kooperiert der SK Sturm künftig mit Indexxdata. Dieses Unternehmen beschäftigt sich mit Sportanalytik und Daten aus der Wettindustrie, die mit Informationen aus dem Bereich der Wettmanipulation und Sportkorruption verknüpft werden. Damit nimmt Sturm im österreichischen Fußball eine Vorreiterrolle ein. “Gewisse Berührungsängste gab es zu diesem Thema schon immer. Sturm Graz ist nun der erste Verein, der signalisieren möchte: Wir haben keine Angst, wir gehen in die Offensive”, erklärt Rudolf Stinner, der sich seit 2005 dienstlich mit Manipulationen im Fußball beschäftigt und jahrelang für die UEFA gearbeitet hatte, ehe er 2011 Indexxdata gründete.

      Für den Verein gehe es darum, “Neuzugänge und auch die Agenturen, die die Spieler vermitteln zu durchleuchten”, erklärt Goldbrich. ”Herr Stinner soll uns hier mit seiner großen Erfahrung unterstützen, speziell wenn es bei einem Transfer dann konkret um den Abschluss geht.” Diese Unterstützung enthält eine Integritätsprüfung, welche mögliche Neuerwerbungen ablegen müssen. Damit soll gewährleistet werden, dass keine Kicker, die in ihrer Vergangenheit mit dem Manipulationsumfeld in Berührung kamen, an die Mur wechseln. Es muss “neben sportlichen Qualitäten auch ein gewisser Integritätspegel” erfüllt sein, so Stinner. Ein weiterer Schritt ist, sämtliche Spiele der Grazer auf dem internationalen Wettmarkt zu beobachten und gegebenenfalls zu analysieren.

      Sensibilisierungmaßnahmen und Workshops
      Der aktuelle Kader wird nicht überprüft. Keine der beiden Staatsanwaltschaften in Salzburg oder Graz hätte sich bislang beim Verein gemeldet. “Wir gehen davon aus, dass im aktuellen Kader niemand dabei ist, der einer Wettmanipulation ausgesetzt, verdächtigt oder beschuldigt wird”, ist Rudolf Stinner überzeugt. Auch Gerhard Goldbrich pocht darauf, dass der Verein seine Kicker nicht screenen will, sondern präventiv mit ihnen arbeiten möchte. “Bei der Kampfmannschaft sollen Impulse gesetzt und Sensibilisierungsmaßnahmen durchgeführt werden”, erläutert der Generalmanager. Zum ersten Mal stattfinden soll ein derartiger Workshop kommenden Jänner. Wie dieser aussieht, ist kein Geheimnis.“Wir werden die Spieler aufklären, mit Beispielen konfrontieren und gewisse Themen anschneiden”, meint Stinner. Dabei soll den Akteuren am Feld bewusst werden, wie schnell sie in dieses gähnende Manipulationsloch hineinrutschen können.

      Ein Muster, welcher Spielertyp besonders gefährdet ist, gäbe es keines. In den letzten acht Jahren hat Stinner viel erlebt, angefangen bei 16-Jährigen, die in den Wettstrudel gezogen wurde, bis hin zu Kickern, die kurz vor der Fußballpension standen. Aber gerade bei jüngeren Spielern kann eine Involvierung schnell passieren, weil “sie relativ unerfahren im Umgang mit Freunden, Funktionären, Trainern und Spielerberatern sind. Es gibt Spielerberater, die denken nur an sich und wollen die Spieler für dubiose Dinge gewinnen. Junge Spieler können Dimensionen noch nicht einschätzen und werten, wie vielleicht ein erfahrener Spieler.” Darum soll “die Kooperation mit Stinner auch im Amateur-und Akademiebereich eingesetzt werden”, sagt Gerhard Goldbrich.

      Fehlendes Bewusstsein
      Unter Fußballspielern herrsche nämlich mangelndes Bewusstsein für Wettmanipulationen. “Viele junge Spieler glauben: Wenn ich jemandem einen kleinen Gefallen tue, ist das schon nicht so tragisch”, ist sich Stinner sicher. Doch wenn sich ein Kicker erst einmal auf derartiges einlässt, haben ihn die Hintermänner der Wettkartelle fest in der Hand. Dann verlangen die immer weitere Gefälligkeiten. Dominique Taboga wurde angeblich erpresst, als erwiesen gelten diese Anschuldigen aber nicht. Trotzdem hat der österreichische Manipulationsskandal bereits jetzt ein Ausmaß, das es hierzulande noch nicht gab. Betrachtet man ihn aber im internationalen Vergleich, wirkt der Skandal fast harmlos. “Da wurden Leute bereits ermordet oder hingerichtet, das geht sehr weit”, weiß Stinner, will die aktuellen Geschehnisse hierzulande aber keinesfalls kleinreden.

      Aber nicht nur unter den Spielern gäbe es zu wenig Bewusstsein für Wettmanipulation. “Gewisse Dinge, die schon längst in Europa oder anderen Erdteilen vorgefallen sind und von denen jeder weiß, wurden vielleicht unterschätzt. Da kam uns unsere Mentalität entgegen. Wir meinen, das Böse ist immer außerhalb von Österreich. So etwas gibt es doch bei uns nicht”, mutmaßt Stinner. Aber spätestens jetzt sollten die Vereine erkannt haben, dass gegen Manipulation im Fußball gemeinsam angekämpft werden müsse. “Wir versuchen jedenfalls alles was in unserer Macht steht, um mit diesem Thema angemessen umzugehen”, sagt Goldbrich und geht als Beispiel im österreichischen Fußball voran.

      Meldepflicht
      Fehlendes Bewusstsein gibt es auch für die Folgen. Die sogenannte Meldepflicht besagt, dass Fußballspieler alles zur Anzeige bringen müssen, was ihnen bezüglich Wettmanipulation zu Ohren kommt. Als Stinner noch bei der UEFA gearbeitet hat, wurde ein Schiedsrichter lebenslang gesperrt. “Der hatte sich mit Wettbetrügern getroffen, die ihn aufforderten, das nächste Spiel für sie zu pfeifen.” Der Unparteiische habe sich zwar nicht auf den Deal eingelassen, gemeldet hatte er dieses Gespräch aber nie. “Er hat gegen dieses UEFA-Urteil berufen, doch das höchste Sportgericht hat das Urteil in höchster Instanz bestätigt.” Klarerweise wird jeder Fall gesondert untersucht und beurteilt.

      Fußballspieler müssen also gar nicht aktiv manipulieren, um belangt werden zu können. Stinner will das den Sturmspielern klar machen. “Wir werden auch Lösungen für den Fall anbieten, dass ein Spieler mit jemandem konfrontiert ist, der mit Sturm etwas vorhat. Der Workshop ist dazu da, die Spieler aufzuklären und zu sensibilisieren”, gibt Stinner die Marschrichtung vor. Bei Sturm konzentriere man sich auf den Ist-Stand, sagt Gerhard Goldbrich. Und da niemand in den Wettskandal involviert zu sein scheint, können sich die Grazer auf Prävention konzentrieren und einen Schritt voraus gehen.
      Quelle: sturm12.at